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Bio Suisse sperrt italienische Betrugsware

In Italien sind Bio-Fälscher aufgeflogen, die auch in die Schweiz exportierten. Produkte mit dem Knospe-Label sind ersten Erkenntnissen zufolge nicht betroffen.

Oberster hüter über die Bio-Qualität in der Schweiz: Daniel Bärtschi, Geschäftsführer von Bio Suisse. (Archivbild)
Oberster hüter über die Bio-Qualität in der Schweiz: Daniel Bärtschi, Geschäftsführer von Bio Suisse. (Archivbild)

Nach der Verhaftung mutmasslicher Bio-Fälscher in Italien hat Bio Suisse sämtliche Produkte der betroffenen Firma Sunny Land gesperrt. Die Sperre betrifft sowohl künftige Importe als auch bereits importierte Güter des Unternehmens und gilt seit gestern Dienstag.

Bio Suisse gehe derzeit nicht davon aus, dass mit dem Knospe-Label versehene Ware von den Fälschungen betroffen sei, teilte die Schweizer Biolandbau-Organisation heute mit. Zudem ordnete Bio Suisse an, dass sämtliche Lagerware der Firma auf Pestizidrückstände untersucht wird. Dazu nahm der Verband Kontakt zu den betroffenen Schweizer Importeuren sowie den hiesigen und italienischen Kontrollstellen auf.

Anerkannt von Bio Suisse

Das italienische Handelsunternehmen Sunny Land verfügt über eine Labelanerkennung von Bio Suisse. Gemäss der Organisation erfüllte es bisher alle Voraussetzungen für den Handel mit Knospe-Produkten. Jedes Bio-Suisse-anerkannte Unternehmen müsse den Nachweis liefern, dass es allen Anforderungen der Verbandsrichtlinien genügt und die Warenflüsse streng trennt.

Bisher sei für die Lieferung von Knospe-Ware durch Sunny Land der Warenfluss bis zurück zum Knospe-konformen Anbauer überprüft und durch die Kontrollstelle bestätigt worden. Die Knospe-Anforderungen sind gemäss Bio Suisse höher als es die entsprechende eidgenössische und EU-Verordnung verlangen.

Forderung nach mehr Kontrollen

In Italien forderten Konsumentenschützer nach der Aufdeckung des riesigen Fälschungsskandals strengere Kontrollen. Die Fälscherbande soll Millionenumsätze gemacht und ihre Waren unter anderem auch in die Schweiz exportiert haben. Die Polizei verhaftete nach eigenen Angaben sieben Verdächtige, unter ihnen auch Vertreter von Lebensmittelfirmen.

Die mutmasslichen Fälscher sollen seit 2007 mehrere hunderttausend Tonnen angeblicher Bio-Produkte im Wert von etwa 220 Millionen Euro (rund 273 Millionen Franken) verkauft haben.

Keine gesundheitlichen Risiken

Nach offiziellen Angaben lief das Geschäft so ab: Die vermutlich nach konventionellen Richtlinien hergestellten Produkte wurden zunächst in Italien und Rumänien angekauft. Dann wurden sie als Bio-Lebensmittel deklariert und schliesslich zu höheren Preisen in Italien, aber auch in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Spanien, Belgien, Frankreich, Ungarn und der Schweiz verkauft.

Die beschlagnahmten Lebensmittel – zumeist Weizen, Sojabohnen, Mehl und Obst – bergen nach Polizeiangaben keine Gesundheitsgefahr für Konsumenten.

SDA/ami

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