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Bibelverbot für Kinder und Jugendliche?

Nach der Ablehnung von Kruzifixen und Kreuzen lancieren Kirchengegner und Freidenker den nächsten Angriff. Sie stellen die Bibel in Frage.

Eine Gruppe von Privatpersonen ist der Ansicht, dass Kinder und Jugendliche keinen freien Zugang zur Bibel mehr haben sollen. Sie fordern eine Alterslimite von 16 Jahren, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. In der Heiligen Schrift gibt es angeblich zu viel Gewalt und pornografische Geschichten, in denen Inzest und Sodomie vorkommen. «Kinder können das nicht einordnen und wissen nicht, dass man nicht alles wörtlich nehmen darf», sagt Barbara Kettner aus Biel, eine der Mitunterzeichnerinnen der neusten Initiative gegen die Kirche. Reta Caspar, Geschäftsführerin der Freidenker-Bewegung, wusste zwar nichts von der Forderung nach einem Bibelverbot für Kinder und Jugendliche. Sie unterstützt allerdings die Idee: «Kindern sollte man die Bibel als Lektüre nicht zumuten, denn dort finden sie keine Lösungen für heutige Probleme.»

Zu den Bibel-Gegnern gehört Valentin Abgottspon. Der Lehrer und Präsident der Walliser Sektion der Freidenker-Bewegung wurde vor kurzem entlassen, weil er kein Kruzifix in seinem Schulzimmer wollte. «Die Kirche zensuriert ja die Bibel schon mit ihren Kinderbibeln. Und das ist einfach unehrlich, nur das Schöne und Harmlose hervorzuheben», sagt der streitbare und umstrittene Lehrer aus dem Kanton Wallis.

Kirche wehrt sich

Die katholische Kirche weist die Forderungen der Bibel-Gegner zurück, wie die «Aargauer Zeitung» weiter berichtet. «Man führt die Leute ja in den Glauben ein und erklärt ihnen die Bibel. So können sie auch einordnen, was in welchem religiösen und historischen Kontext steht», sagt Walter Müller, Sprecher der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK). Ausserdem verweist Müller auf die Kinderbibeln. Auch Daniel Kosch, Generalsekretär der römisch-katholischen Zentralkonferenz, relativiert: «Natürlich gibt es Szenen in der Bibel, die auch für Erwachsene schockierend sind, aber es ist ja nicht sehr wahrscheinlich, dass Kinder unter 16 die ganze Bibel durchlesen.»

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