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Behörden setzen kritische Forscher unter Druck

Der Fall von Simone Pfenninger sei kein Einzelfall. Auch andere, die den Nutzen von Frühfranzösisch anzweifeln, sollen schikaniert worden sein.

Um den Nutzen von Frühfranzösisch wird heftig diskutiert. (Symbolbild)
Um den Nutzen von Frühfranzösisch wird heftig diskutiert. (Symbolbild)
Peter Schneider, Keystone

Im Streit um den Sinn von Frühfranzösisch an den Deutschschweizer Primarschulen gerät die Wissenschaft zunehmend unter die Räder. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, ist es gleich mehrfach vorgekommen, dass Verfasser von Studien und Berichten, die den Nutzen des frühen Fremdsprachenunterrichts angezweifelt haben, von offiziellen Stellen unter Druck gesetzt wurden.

Prominentes Beispiel ist die Sprachwissenschafterin Simone Pfenninger. Ihre Untersuchung wurde vom Präsidenten der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) Christoph Eymann als qualitativ ungenügend abgetan. Die Studie kam zum Schluss, dass der frühe Fremdsprachenerwerb den Schülern nicht zwingend von Nutzen ist. Der Kritik stellt sie sich jedoch selbstsicher dagegen.

Anonym bleiben – aus Angst vor Konsequenzen

Ähnliche Schlüsse zogen zwei Forscher in Freiburg und Schaffhausen in ihren Studienübersichten. Wie gutunterrichtete Quellen berichten, wurden sie derart schikaniert, dass sie um ihre Karrieren und um Forschungsgelder fürchteten. Einer musste dem Arbeitgeber sogar darlegen, dass er seine Expertise nicht während der Arbeitszeit beim Kanton verfasst hat.

Offen über die Druckversuche wollen die Betroffenen nicht sprechen – aus Angst vor weiteren Konsequenzen. «Solange die Debatte um das Fremdsprachenlernen so vergiftet ist, wird es für uns Wissenschafter schwierig, unsere Rolle wahrzunehmen,» so Raphael Berthele, Freiburger Professor für Mehrsprachigkeit.

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