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Bauern müssen sich auf Hitzewellen einstellen

Wegen der hohen Temperaturen hat es ungewöhlich viele Schweizer Tomaten auf dem Markt. Die Bauern müssen sich dem Klimawandel anpassen, fordert der Bund.

Die Grossverteiler haben Aktionen geplant, um die Tomaten an die Leute zu bringen: Tomatenfest in Genf. (5. Juli 2015)
Die Grossverteiler haben Aktionen geplant, um die Tomaten an die Leute zu bringen: Tomatenfest in Genf. (5. Juli 2015)
Martial Trezzini, Keystone

Der heisse und trockene Juli dürfte keine Ausnahme bleiben. Auf künftige Hitzewellen müssen sich Bauern vorbereiten. Zum einen müsse die Bewässerungsinfrastruktur verbessert werden, schreibt die Forschungsanstalt Agroscope. Es brauche ausgiebige Wasserreservoire und effiziente Bewässerungsverfahren.

Die Bauern müssten sich andererseits unabhängiger vom Wasser machen: Beispielsweise durch eine schonende Bodenbearbeitung. Diese bewirkt, dass weniger Wasser versickert und verdunstet. Weiter schlägt Agroscope vor, früher auszusäen, um die Pflanzen in der kühleren Jahreszeit wachsen und reifen zu lassen. Auch eine Verlagerung des Anbaus in Gebiete mit günstigeren Klima- und Bodenverhältnissen wird als Option genannt.

Schnellgereifte Tomaten

Zudem sei eine Umstellung angezeigt auf Pflanzen, die weniger Wasser verbrauchen und die Hitze besser vertragen, schreibt Agroscope. Kartoffeln beispielsweise wachsen bereits ab 25 Grad kaum mehr. Zuckerrüben ab 30 Grad. Ganz anders Tomaten: Sie sind wegen der Hitze und des vielen Sonnenlichts im Schnelltempo gereift und müssen nun früher geerntet werden als geplant.

Es habe daher im Moment sehr viele Schweizer Tomaten auf dem Markt, teilte der Verband Schweizer Gemüseproduzenten mit. Für die Bauern ist das ungünstig, denn jetzt in der Ferienzeit sind viele Leute weg. Die Grossverteiler haben daher Aktionen geplant, um die Tomaten an die Leute zu bringen.

Schatten für Tiere

Auch für die Tiere müssen die Bauern gemäss Agroscope vorsorgen: In Hitzewellen müsse Schatten angeboten werden können. Zudem brauche es genügend Tränkewasser und Berieselungsanlagen zur Kühlung. Allenfalls müssten die Bauern die Weidehaltung sogar in höhere Gebiete verlagern. So könnten Hitzestress und Leistungseinbussen vermieden werden.

Wenn sich die Bauern nicht anpassten, drohten Ernteverluste und Futtermangel, geht aus dem Communiqué hervor. Dies würde auch wirtschaftliche Verluste bringen. Agroscope erinnert an den Hitzesommer 2003. Damals habe die Schweizer Landwirtschaft wirtschaftliche Einbussen von rund 500 Millionen Franken hinnehmen müssen.

SDA/slw

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