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Axpo verzichtet auf Uran aus Majak

Der Stromkonzern bezieht keinen nuklearen Brennstoff mehr aus der russischen Aufbereitungsanlage – wegen mangelnder Transparenz über die herrschenden Verhältnisse. In Sibirien sollen diese besser sein.

Die Rate an Kindermissbildungen ist in der Region Majak höher als im russischen Durchschnitt: Dieses Bild eines Reuters-Fotografen dokumentiert einen Besuch bei einer betroffenen Familie im Dorf Muslyumovo in der Region Majak vom November 2010.
Die Rate an Kindermissbildungen ist in der Region Majak höher als im russischen Durchschnitt: Dieses Bild eines Reuters-Fotografen dokumentiert einen Besuch bei einer betroffenen Familie im Dorf Muslyumovo in der Region Majak vom November 2010.
Reuters
Kein Zutritt: Eine Tafel in der Umgebung Majak warnt davor, das verseuchte Gebiet zu betreten.
Kein Zutritt: Eine Tafel in der Umgebung Majak warnt davor, das verseuchte Gebiet zu betreten.
Greenpeace
Messungen am Fluss Techa: Greenpeace im Gebiet um Majak.
Messungen am Fluss Techa: Greenpeace im Gebiet um Majak.
Greenpeace
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Die Axpo will auf Uran aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage Majak verzichten. Der Stromkonzern begründet diesen Schritt mit der fehlenden Transparenz über die dort herrschenden Verhältnisse, wie er am Samstag mitteilte.

Die Axpo werde den Lieferanten Areva beauftragen, keinen nuklearen Brennstoff mehr aus Majak zu beziehen, solange die Lieferkette nicht vollständig transparent sei. Als Ersatz werde nun mehr Brennstoff aus der sibirischen Verarbeitungsanlage in Sewersk zum Einsatz kommen.

Anfang Oktober hatte eine Delegation der Axpo die sibirische Uran- Verarbeitungsanlage Sewersk besucht, um sich ein Bild von den dortigen Produktionsbedingungen zu machen. Der Zutritt zur Anlage von Majak blieb der Axpo im vergangenen Juni hingegen verwehrt. Der staatliche russische Energiekonzern Rosatom begründete sein Veto damit, die Anlage befinde sich in militärischem Sperrgebiet.

Unbedenkliche Produktionsbedingungen

Hinsichtlich der Produktionsbedingungen sieht die Axpo hingegen keine Probleme. Die internationalen Vorschriften würden sowohl in Sewersk als auch in Majak eingehalten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Grenzwerte verletzt würden oder dass es zu einer Belastung von Mensch und Umwelt komme. Es gebe deshalb keinen Grund, aus den bestehenden Lieferverträgen auszusteigen.

Zu diesem Schluss sei man nach umfassenden Untersuchungen gelangt, welche die Axpo nach der Kritik an der Lieferung von Brennelementen aus Russland durchgeführt habe. Namentlich Greenpeace wirft den Atomfabriken vor, sie verstrahlten die Umgebung radioaktiv.

Dass das Gebiet um die Anlage Majak seit den 1950er Jahren radioaktiv belastet wurde, ist der Axpo bekannt. Grosse Gebiete seien langanhaltend kontaminiert worden und Mensch und Umwelt zu Schaden gekommen. Behörden und Betreiber hätten aber Sanierungsmassnahmen getroffen, heisst es in der Mitteilung.

Sowohl in Majak als auch in Sewersk gebe es indes einen Lagerprozess, der «in europäischen Betrieben nicht vorkommt». Diese Prozesse führten aber zu keinen Beeinträchtigungen und entsprächen den russischen Vorschriften.

So werden laut Axpo in Majak schwach- und mittelaktive Abfälle in grossen offenen Becken gelagert. Diese seien von den öffentlichen Gewässern strikt getrennt. Und in Sewersk würden schwach- und mittelaktive Lösungen direkt in Kiesschichten injiziert. Diese wiederum seien in Tonschichten eingekapselt, die unter dem Grundwasserspiegel lägen.

Bemühungen aufrecht erhalten

Die Axpo werde sich weiter darum bemühen, die Anlage in Majak zu besuchen, heisst es in der Mitteilung weiter. Diesbezüglich werde man auch die bestehenden Kontakte zum Bundesamt für Energie nutzen. Auch sollen Fragen zu den russischen Programmen und Produktionsstätten bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) deponiert werden.

Bei den russischen Betreibern und Behörden will sich die Axpo für unabhängige radiologische Messungen stark machen. Das Augenmerk sei dabei vor allem auf die radioaktive Situation entlang des Techa- Flusses in der Nähe von Majak zu richten. Zudem kündigte die Axpo an, den Dialog mit Greenpeace und russischen Umweltorganisationen fortzuführen.

SDA/miw

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