Aufrüsten in den Alpen

T-Shirt-Wetter in Zürich, Bern und Basel – Skifahren in Arosa. Warum schon seit Ende Oktober Schnee produziert wird und wie viele Millionen dafür fliessen.

«Das Hörnli ist prädestiniert»: Auch die geografische Lage spielt eine Rolle beim Beschneien. Video: Adrian Panholzer
Adrian Panholzer@Tamedia

Die Sonne scheint vom blauen Himmel, und das Thermometer zeigt satte 19 Grad an. Was bei Städtern Gedanken an einen warmen Herbsttag hervorruft, ist auf dem Hörnli über Arosa, auf 2500 Meter über Meer, gleichbedeutend mit dem Startschuss zur Skisaison. Bereits am 31. Oktober wurde die erste Piste für Wochenendtouristen freigegeben. Möglich wurde dies mittels neu eingerichteter Schneekanonen. Wie es diese Technik fertig bringt, schon im Herbst eine gut präparierte Piste zu bewerkstelligen, und warum auch die Schweizer Skirennfahrer dankbar dafür sind, erklärt Martin Item von den Arosa Bergbahnen im Video.

Die Kunden erwarten beste Verhältnisse – immer

Rund 2,5 Millionen Franken wurden in Arosa im vergangenen Sommer investiert. Man grub über zwei Kilometer Leitungen in den Berg, um die Versorgung der Schneekanonen mit Wasser und Energie zu gewährleisten. Gerade beim Aspekt der Energie stehen die Schneekanonen jedoch immer wieder in der Kritik. Auch in Arosa ist der Energieaufwand beträchtlich: Rund zwei Millionen Kilowattstunden werden über den ganzen Winter für den Betrieb der Schneekanonen verbraucht. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 500 Schweizer Haushalten.

Für Philipp Holenstein, den Direktor der Arosa Bergbahnen, ist der Einsatz von Schneekanonen trotzdem unerlässlich: «Der Tourismus ist unser Kerngeschäft und gleichzeitig überlebenswichtig für unsere gesamte Region.» Die Erwartungshaltung der Gäste sei es, zu jeder Zeit perfekte Pistenverhältnisse vorzufinden – auch für den Fall, dass das Wetter für einmal nicht die weisse Pracht liefert –, «und die Schneekanonen garantieren uns, dass wir dies bieten können». Auch die Kritik am hohen Wasserverbrauch von Schneekanonen lässt Holenstein nicht gelten: «Das Wasser, das wir für die Beschneiung verwenden, versickert im Boden oder wird über die Atmosphäre wieder der Natur zugeführt.» Es sei also kein Verlust für die Natur, so Holenstein.

Über 1000 Besucher am ersten Wochenende

Hinzu komme der Umstand, dass die Gäste in den vergangenen Jahren immer wieder den Wunsch geäussert hätten, bereits im Herbst auf die Pisten gehen zu können, so Item. Den frühen Auftakt in die Wintersaison haben die Schneehungrigen denn auch rege genutzt. Zur Eröffnung am vergangenen Wochenende kamen über 1000 Gäste nach Arosa. Und auch für die kommenden Wochenenden sind Item und Holenstein optimistisch gestimmt.

DerBund.ch/Newsnet

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