Zum Hauptinhalt springen

Auf Knopfdruck bereit

Die Krise in der Ukraine zeige auf, dass eine Armee sofort parat sein müsse. Dies sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer in einem Interview – und zeigt sich optimistisch, was die Gripen-Abstimmung betrifft.

Die Leute haben eine Bedürfnis nach Sicherheit: Bundesrat Ueli Maurer steigt während eines Kasernenbesuchs aus einem Militärfahrzeug. (Archivbild)
Die Leute haben eine Bedürfnis nach Sicherheit: Bundesrat Ueli Maurer steigt während eines Kasernenbesuchs aus einem Militärfahrzeug. (Archivbild)
Keystone

Trotz der Krise in der Ukraine erhöht die Schweiz ihr Sicherheitsdispositiv nicht. Doch Bundesrat Ueli Maurer weist darauf hin, dass die Welt nicht so sicher sei, wie sie scheine. Der Konflikt zeige vor allem auf, dass eine Armee heute auf Knopfdruck parat sein müsse.

«Mit der Weiterentwicklung der Armee tragen wir dieser neuen Einschätzung auch Rechnung», sagte Maurer in einem Interview in den Zeitungen «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag». Dazu gehört auch die Beschaffung des neuen Kampfjets Gripen.

Die Krise in der Ukraine werde der Gripen-Abstimmung «bestimmt nicht schaden», aber bis zum Urnengang dauere es ja noch zwei Monate, sagte Maurer. Er sei allerdings optimistisch, denn die Leute hätten ein Bedürfnis nach Sicherheit und seien auch bereit, dafür etwas zu investieren.

Kritik an der EU

Auftrag der Armee sei es, für diese Sicherheit zu sorgen. «Mit nur 32 F/A-18 können wir das nicht garantieren.» Was in der Ukraine geschehe, könne auch in Europa auf eine Art passieren. «Da muss man parat sein.»

Kein Lob hat der Bundesrat für das Verhalten der EU im Bezug auf den Konflikt in der Ukraine parat. Diese habe bei ihm keinen «wahnsinnig starken Eindruck» hinterlassen, sagte Maurer.

Verwirrung um Gebirgskurse

Auch er sei geschockt über die Vorgänge auf der Krim. «Aber gerade in solch spannungsgeladenen Momenten ist es für einen neutralen Staat wichtig, weiterhin mit allen zu reden», sagte Maurer. Die jüngst bekanntgewordene Verschiebung von Gebirgskursen für russische Soldaten in der Schweiz wollte er denn auch nicht im Lichte der Krise sehen.

«Die Verschiebung hat andere Gründe, die weiter zurückliegen.» Die Planung der Kurse erfolge mehrere Jahre im Voraus auf Basis von Verträgen. Es handle sich bei den verschobenen Kursen lediglich um Planungen, die offenbar von russischer Seite derzeit nicht angestrebt würden. Denn Russland habe den Vertrag nie unterzeichnet. «Insofern kann man von einer einvernehmlichen oder diplomatischen Lösung sprechen, die nichts mit der Ukraine zu tun hat.»

«Schweizer Offizier ausweisen»

In einem Interview mit dem «SonntagsBlick» äussert sich der russische Botschafter Alexander Golovin zu dem Thema. Falls es sich tatsächlich um eine Bestrafung Russland handle, verstehe er das nicht. In Andermatt würden Soldaten für die Rettung ausgebildet, nicht für Kriegseinsätze.

«Die militärische Ausbildung basiert auf einem beidseitigen Abkommen», sagte Golovin. Ein Schweizer Offizier studierte im Gegenzug an der Generalstabsakademie in Moskau. «Bricht die Schweiz den Vertrag, muss der Schweizer Offizier Moskau verlassen». Der Botschafter fügt indes an, der Kurs sei «ja nicht abgesagt, nur verschoben.»

SDA/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch