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Auf endloser Europareise

Viele kosovarische Roma, die als Asylbewerber abgewiesen wurden, haben in ihrer Heimat keine Perspektiven und machen sich deshalb erneut auf den Weg.

Einige Asylbewerber aus Kosovo zogen nach ihrer Rückkehr gleich nach Serbien weiter: Roma in Belgrad. Foto: Peter Alexander (Alamy)
Einige Asylbewerber aus Kosovo zogen nach ihrer Rückkehr gleich nach Serbien weiter: Roma in Belgrad. Foto: Peter Alexander (Alamy)

Als Ende der Neunzigerjahre in Kosovo der Krieg ausbrach, flüchteten viele Menschen in europäische Länder, in denen sie vorübergehend Schutz be­kamen. Nach dem Krieg mussten sie in ihr Herkunftsland zurückreisen.

Unter den Schutzsuchenden, die später zurückkehren mussten, waren Zehntausende Roma. Doch diese sind in ­Kosovo offenbar nie angekommen – oder zumindest nicht offiziell. In einem Bericht, der heute publiziert wird, schreibt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), dass vor Ausbruch des Krieges in Kosovo 150'000 Roma gezählt worden seien. In den Kriegsjahren sank deren Zahl auf 30'000, heute seien es gegen 50'000. «Wo sind die 100'000 Roma?», heisst es im Bericht. Aus Deutschland mussten in den letzten Jahren Zehntausende Roma zurückreisen, die Schweiz schickte einige Hundert ehemalige Kriegsflüchtlinge zurück. Die Chancen sind gross, dass sich diese auf der Weiterreise befinden oder wieder nach Westeuropa kommen.

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