Glarner gewinnt Prozess wegen übler Nachrede

Ein Rentner hatte SVP-Hardliner Andreas Glarner als «Berufsrassisten» bezeichnet. Nun muss er eine happige Busse bezahlen.

Gerichtsprozess gewonnen: Andreas Glarner in seinem Büro in Oberwil-Lieli. (1. Mai 2016)

Gerichtsprozess gewonnen: Andreas Glarner in seinem Büro in Oberwil-Lieli. (1. Mai 2016)

(Bild: Keystone Alexandra Wey)

SVP- Nationalrat Andreas Glarner hat einen Mann angezeigt, der ihn als «Berufsrassisten» bezeichnet hatte. Der Ausdruck kam in einem E-Mail vom 29. Januar 2017 vor, worin der 74-jährige Rentner aus der Region Aargau für die erleichterte Einbürgerung geworben hatte. Das Schreiben ging an diverse Parlamentarier – auch an Glarner.

Noch am nächsten Tag zeigte der SVP-Politiker den Mann wegen übler Nachrede an. Rund einen Monat später wurde der Rentner vom Bezirksgericht Aarau zu einer Geldstrafe von insgesamt 2100 Franken verurteilt. Zwar erhob er Einsprache gegen das Urteil, doch erschien er am Mittwoch nicht zur Gerichtsverhandlung, weshalb seine Einsprache nun ungültig ist.

Glarner kennt kein Pardon

Im Gegensatz zum Beschuldigten ist Kläger Glarner zum Prozess erschienen. Er sei nicht vergeblich nach Aarau gekommen, sagt er gegenüber der «Aargauer Zeitung». «Wichtig ist, dass der Strafbefehl nun rechtskräftig ist und der Mann damit weiss, dass sich so was nicht gehört», kommentiert Glarner.

Er habe den Rentner angezeigt, weil dieser seit Jahren nicht nur ihn systematisch beleidigt habe, sondern auch andere Politiker, die Medien oder Angestellte von Glarners Gemeinde Oberwil-Lieli. «Wenn er nur mich persönlich mit solchen Bezeichnungen eindecken würde, wäre mir das egal», sagt Glarner, der selber gern provoziert, gegenüber der «Aargauer Zeitung». «Aber es gibt eine ganz klare Schwelle: Wenn mich jemand öffentlich als Rassist bezeichnet und mir Rassenhass vorwirft, kenne ich kein Pardon.»

chi

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