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Amstutz’ «Nein» entlarvt Brunners Vorschlag als Luftschloss

Politverwirrung oder schlaue Strategie? Adrian Amstutz wundert sich über die Bundesrats-Planspiele – und wettert gegen die Medien.

Will nach eigenen Aussagen weiter als Parlamentarier für die SVP politisieren: Nationalrat Adrian Amstutz an der Frühlingssession. (11. März 2015)
Will nach eigenen Aussagen weiter als Parlamentarier für die SVP politisieren: Nationalrat Adrian Amstutz an der Frühlingssession. (11. März 2015)
Peter Schneider, Keystone

SVP-Fraktionspräsident Adrian Amstutz erteilt dem Wunsch seines Parteipräsidenten Toni Brunner eine Absage: «Ich bin kein Bundesratskandidat», sagte er heute vor den Medien in Bern. Er werde seine Meinung auch nicht mehr ändern.

Brunner hatte Amstutz vor zwei Tagen in der «SonntagsZeitung» als möglichen neuen Justizminister ins Gespräch gebracht. Die darauf entstandenen Medienberichte tat Amstutz nun als Zeitungsenten ab. «Ich habe schon geschmunzelt», sagte er. Gemäss seiner eigenen Wahrnehmung ist Amstutz in den vergangenen drei Tagen auch nie von einem Journalisten angefragt worden. «Ist das Recherche?», fragte er rhetorisch.

Nur: Redaktion Tamedia fragte Amstutz gestern telefonisch sowie per Mail für eine Stellungnahme an. Er lehnte es ab, Auskunft zu geben, und verwies auf die heutige Medienkonferenz seiner Partei in Bern. Auf Anfrage von Redaktion Tamedia sagt Amstutz heute: «Nachdem die meisten Medien bereits ohne jegliche Rücksprache mit mir über die Sache berichtet hatten, war es gestern zu spät, das Ganze einzeln mit Redaktion Tamedia richtigzustellen.» Deshalb habe er auf den heutigen Pressetermin verwiesen. Redaktion Tamedia sei jedoch eines der wenigen Medien gewesen, die um eine Stellungnahme gebeten hätten.

«Er findet, ich sollte das Amt übernehmen»

Einen Streit mit Toni Brunner gebe es nicht, betonte Amstutz. Es sei das gute Recht des Parteipräsidenten, seine Meinung zu äussern. Und punkto Bundesratskandidatur habe er nun «für einmal» eine andere Ansicht als Brunner: «Er findet, ich sollte das Amt übernehmen. Ich sage aber klar, dass ich nicht Kandidat sein werde.» Brunner habe ihn vor Erscheinen des Artikels der «SonntagsZeitung» kontaktiert. Er habe dem Parteipräsidenten gegenüber seine Haltung zu einer möglichen Bundesratskandidatur dargelegt.

Bereits im Februar habe er in einem parteiinternen Schreiben klargemacht, sagte Amstutz an der Medienkonferenz weiter, dass er sich als Mitglied der Findungskommission an der Suche nach neuen SVP-Bundesratskandidaten beteiligen werde – und zwar als «Nicht-Bundesratskandidat». Die Findungskommission komme gut voran und habe einige «hervorragende Persönlichkeiten» auf ihrer Liste.

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