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Alles wieder kuschlig

Die Zukunft der Republik hängt am Schicksal eines einzigen Mannes. Gross ist die Erleichterung der deutschen Intelligenz, dass Jan Böhmermann bei seinem ersten Auftritt nach dem Schmähgedicht wieder Böhmermann ist.

«Ich halt mich da raus»: Jan Böhmermann während seiner ersten Sendung nach der Schmähkritik-Affäre.
«Ich halt mich da raus»: Jan Böhmermann während seiner ersten Sendung nach der Schmähkritik-Affäre.
Screenshot «Neo Magazin Royale»

Was tun, wenn plötzlich alle (wirklich alle) zuschauen? Was bringen, wenn dein letzter Auftritt eine mittlere Staatskrise ausgelöst hat? Kann da überhaupt noch etwas kommen?

Man wäre gerne dabei gewesen, bei den letzten Redaktionssitzungen des «Neo Magazin Royale» von Jan Böhmermann. Jenen Sitzungen, in denen Sendung Nummer 1 nach der Erdogan-Schmähkritik-Implosion geplant wurde. Man wäre auch gerne dabei gewesen bei den letzten Redaktionssitzungen in den Kulturabteilungen der führenden deutschen Medien. Der «Süddeutschen», der «Zeit», wo Böhmermann sich zum ersten Mal nach dem Schmähgedicht öffentlich geäussert hatte, des «Spiegels» oder der FAZ. Über Wochen wurden dort, im Feuilleton, Böhmermann, die Anzeige aus der Türkei, die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die medienwissenschaftliche Bedeutung der Affäre (meta!) und die Zukunft der Republik debattiert.

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