Alle Pferde aus Hefenhofen erzielen den Maximalpreis

In Schönbühl BE sind die Pferde von Ulrich K. versteigert worden. Weil die Nachfrage so gross war, hat das Los entschieden.

Die Versteigerung hat begonnen: Das Interesse an den gequälten Pferden aus Hefenhofen ist gross. (Video: Tamedia/SDA)

Die Pferde des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen TG stossen beim Verkauf vom Donnerstag in Schönbühl BE auf grosses Interesse. Bei der ersten Verkaufspause kurz vor elf Uhr waren alle Tiere zum Maximalpreis verkauft worden.

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Die einzelnen Pferde werden am Anlass auf der Armeeanlage Sand jeweils mit Widerristhöhe und Rasse vorgestellt. Dann können die Interessenten bieten. Am Schluss entscheidet bei Erreichen des Maximalpreises von 500 Franken über dem Einstandspreis das Los.

Pferd zum Reiten, statt für den Metzger

Bis zu 40 Personen boten für ein Pferd den Maximalpreis, wie ein Augenschein zeigte. Zu den Käufern eines Pferdes gehörten etwa Walter Küffer und seine Tochter Tajna aus Ins BE. Der Vater sagte der Nachrichtenagentur sda, er halte bereits Pferde, aber ältere. Die Aktion sei nun die Gelegenheit, ein jüngeres zu kaufen – für seine Tochter, die sich sichtlich über den Kauf freute.

Für sie zählt vor allem, dass das Pferd nun ein schöneres Leben als in Hefenhofen TG hat.

Kaufvertrag verbietet Schlachtung

Auch Romelia Burki aus Burgistein BE sagte, sie habe ein Pferd gekauft, damit dieses ein besseres Leben habe und nicht zum Metzger komme. Sie, ein weiterer Käufer und Walter Küffer lobten die Organisation des Verkaufs in Schönbühl. Einer weiteren Käuferin, die anonym bleiben wollte, war die Aktion zu «überstürzt». Es sei nicht genügend Zeit geblieben, die Tiere wirklich anzuschauen.

Die Armee rechnet damit, dass der Pferdeverkauf, der in deutsch und französisch abgehalten wird, den ganzen Tag lang dauert. Wer ein Pferd erwerben will, muss einen Verkaufsvertrag unterschreiben, in dem unter anderem steht, dass der Käufer das Pferd gemäss der Tierschutzgesetzgebung hält. Darin enthalten ist auch die Bestimmung, dass die Pferde nicht unmittelbar nach dem Kauf geschlachtet werden dürfen.

Polizeipräsenz in Schönbühl

In Schönbühl markierten am Donnerstagmorgen die Berner Kantonspolizei und die Armeepolizei Präsenz. Am Eingang zum Areal protestierte ein einzelner Aktivist mit Plakaten gegen die Thurgauer Behörden.

Der Thurgauer Amtstierarzt Ulrich Weideli dankte zu Beginn der Verkaufsaktion der Armee für die hervorragende Pflege der Pferde. «Wir sind überzeugt», sagte er, «den Tieren mit dem heutigen Tag einen guten Start in ihr neues, ziviles Leben zu ermöglichen.»

Spekulation wird verhindert

Der neutrale Pferdeexperte Henri Spychiger, der den Verkauf leitet, sagte, Ziel sei nicht, so viel Geld wie möglich hereinzuholen. Es gehe darum, bis am Abend für alle Tiere Plätze bei kompetenten Haltern zu finden.

Mit der Festsetzung eines Maximalzuschlags von 500 Franken zum Einstandspreis wollen die Behörden verhindern, dass spekuliert wird.

oli/sda

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