Aufsehen erregende Organspende von Kanadas Eishockey-Superstar

Hayley Wickenheiser, die beste kanadische Spielerin der Geschichte, wird nach ihrem Tod ihr Gehirn der Forschung zur Verfügung stellen.

Hayley Wickenheiser hier in Sotschi im Duell mit Florence Schelling.

Hayley Wickenheiser hier in Sotschi im Duell mit Florence Schelling.

(Bild: Keystone)

Als Spielerin hat Hayley Wickenheiser alles erreicht. Sie gewann neben 7 WM-Titeln viermal Olympiagold, wurde zweimal zur MVP des Olympiaturniers gewählt, und ist die erfolgreichste Skorerin des Landes. Im 276 Länderspielen totalisierte sie 379 Punkte. Im letzten Jahr trat sie nach 23 Jahren auf höchster Ebene zurück, um doch noch ihr Medizinstudium abzuschliessen. Sie galt als beste Eishockeyspielerin der Welt, mindestens ebenso in Erinnerung bleibt sie aber, weil sie Tausende junger Kanadierinnen zum Eishockey inspirierte.

Nun will die 39-Jährige zur besseren Erforschung von Hirnerschütterungen und chronischer traumatischer Enzephalopathie (CTE) beitragen. Deshalb plant das Mitglied des IOC-Athletenrates die Organspende. Dies teilte die «Concussion Legacy Foundation» mit. CTE ist eine schwere degenerative Hirnerkrankung, und kommt oft bei Leuten vor, die viele Schläge auf den Kopf oder Gehirnerschütterungen erhalten haben. Symptome sind oft Gedächtnisschwund, Demenz, Wutausbrüche oder Depressionen. Im Sport ist sie auch im American Football und im Boxen ein Problem.

Auch Wickenheiser selber hatte einst mit Schwindelgefühlen und Brechreizen zu kämpfen, als sie vor knapp einem Jahrzehnt in einem Spiel der schwedischen Männer-Profiliga einen harten Check einstecken musste.


Videospiele sollen Abhilfe bringen

Sie war auch befreundet mit dem ehemaligen NHL-Verteidiger Steve Montador, bei dem nach seinem Tod 2015 CTE diagnostiziert wurde. Einer der Gründe, weshalb sie sich nun einsetze, sei, dass sie seinen sich rapide verschlechternden Zustand miterlebt habe. Wickenheiser engagiert sich auch im Vorstand digitalen Therapiefirma, Highmark Interactive, welche Videospiele entwickelt, die helfen sollen, Hirnerschütterungen und Hirnverletzungen zu diagnostizieren und zu behandeln. «Ich bin entschlossen, das Eishockey besser und sicherer zu machen», sagte sie am Dienstag in einer Mitteilung.

Wickenheiser ist nicht die einzige Sportlerin, die sich zu diesem Schritt entschlossen hat: Die vierfache US-amerikanische Olympiateilnehmerin und Hall of Famerin Angela Ruggiero und Bobfahrerin Elana Meyers Taylor schliessen sich ihr an. Insgesamt sollen schon mehr als 2800 ehemalige Athleten und Armeeangehörige der Stiftung ihr Gehirn versprochen haben.

DerBund.ch/Newsnet

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