Schweizer Zigarettenpreise im Ländervergleich

Der Bundesrat will den Preis pro Päcklein Zigaretten bis auf 11 Franken erhöhen können, wie heute bekannt wurde. Nebenwirkungen drohen, weil der Preis schon heute nur noch in einem Nachbarland höher ist.

Billigere Zigaretten im Ausland: Ein Preisvergleich mit den Nachbarländern der Schweiz. (Grafik: Eidgenössische Zollverwaltung)

Billigere Zigaretten im Ausland: Ein Preisvergleich mit den Nachbarländern der Schweiz. (Grafik: Eidgenössische Zollverwaltung)

Der Bundesrat will das Tabaksteuergesetz ändern und sich die Kompetenz für Preiserhöhungen erteilen. Eine Schachtel Zigaretten könnte so in ein paar Jahren 11 Franken kosten. Damit erhöhe sich für die Konsumenten der Anreiz, Zigaretten im Ausland zu besorgen, schreibt der Bundesrat in einem Bericht. Denn ein Blick auf die Nachbarländer zeigt: Nur noch in Frankreich kosten Zigaretten derzeit mehr als in der Schweiz, nämlich durchschnittlich 8.70 Franken pro Schachtel.

In Deutschland, Österreich und Italien hingegen kostet ein Päckchen im Schnitt zwischen 5.80 und 6.50 Franken. Die Preisunterschiede zu den direkten Nachbarländern hätten sich in den letzten fünf Jahren «wesentlich zuungunsten der Schweiz entwickelt», so der Bericht.

Auswirkungen auf Schmuggel?

Inwiefern sich die Preisdifferenz auf das Kaufverhalten der Schweizer Konsumenten auswirke, sei zwar schwer abzuschätzen. «Es ist jedoch davon auszugehen, dass vermehrt im kostengünstigeren Ausland gekauft und die Zigaretten im Rahmen der Reiseverkehrsfreimenge von 200 Stück abgabenfrei in die Schweiz eingeführt werden.» Insbesondere der Detailhandel in den Grenzregionen wäre davon betroffen, wodurch Arbeitsplätze in der Schweiz gefährdet seien.

Zu den möglichen Folgen der Preiserhöhungen für den Tabakschmuggel und Schwarzmarkt äussert sich der Bundesrat in der Vernehmlassung nicht. Die Nachbarländer der Schweiz haben damit bereits Erfahrungen gemacht (DerBund.ch/Newsnet berichtete): In Deutschland und Frankreich wurden in den Jahren 2003 und 2004 Steuererhöhungen von mehr als 30 Prozent durchgesetzt. Dort sei es zu Folgeerscheinungen in den Bereichen Schmuggel und Schwarzmarkt gekommen, schreibt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV).

fko

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