Junge finden Zigaretten schädlicher als Cannabis

Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung greift zum Glimmstängel. Die Jungen schätzen dabei die Risiken höher ein als beim Konsum von Cannabis.

Eine Schachtel mit CBD-haltigen Zigaretten. (Archiv)

Eine Schachtel mit CBD-haltigen Zigaretten. (Archiv) Bild: Christian Beutler/Keystone

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47 Prozent der Schweizer Bevölkerung rauchen regelmässig oder gelegentlich Zigaretten. Dabei ist sich rund die Hälfte der Raucher der Gesundheitsgefahren bewusst. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Internet-Vergleichsdienstes Comparis.ch.

Ihr zufolge schätzen junge Schweizer die Risiken beim Konsum von Cannabis als geringer ein als bei Tabak. Rund ein Drittel der 18- bis 35-Jährigen meint, es sei weniger schlimm, Cannabis zu rauchen als herkömmliche Zigaretten. Bei den 36-bis 55-Jährigen sind es noch 29 Prozent, bei den bis 74-Jährigen gerade mal 22 Prozent.

Solidarität der Allgemeinheit

Von den Rauchern hat fast jeder Zweite Angst davor, an einem Raucherbein oder einem anderen tabakbedingten Leiden zu erkranken. Tritt dieser Fall ein, können sie sich dank der obligatorischen Krankenversicherung der finanziellen Solidarität ihrer Mitbürger sicher sein: 59 Prozent der Schweizer finden es richtig, dass die Allgemeinheit für diese selbstverschuldeten Gesundheitskosten aufkommt.

Die Nichtraucher sehen das hingegen anders: Sie sind zu 60 Prozent der Meinung, dass wer seine Gesundheit mit Rauchen bewusst riskiert, auch selber für die daraus entstandenen Gesundheitskosten aufkommen soll.

Schweizer fordern Ende der staatlichen Tabak-Subvention

In Anbetracht der gesundheitlichen Risiken des Tabakgenusses verlangen zwei Drittel der Bevölkerung, dass der Tabakanbau in der Schweiz nicht mehr subventioniert wird. Heute bezahlt jeder Raucher pro Päckchen 2,6 Rappen in einen staatlich verordneten Tabak-Fonds (Sota), der unter den Tabakproduzenten verteilt wird – neben den Direktzahlungen, die Tabakbauern vom Bundesamt für Landwirtschaft erhalten.

35 Prozent aller Befragten sprechen sich für ein völliges Anbauverbot für Tabakpflanzen aus. «Dass Raucher den heimischen Tabakanbau subventionieren, ist grundsätzlich in Ordnung», findet Gesundheitsexperte Felix Schneuwly und kritisiert gleichzeitig, «wenn aber auch Nichtraucher via Direktzahlungen den Schweizer Tabakbauern unter die Arme greifen müssen, geht das aus gesundheitspolitischer Sicht gar nicht.» (nag)

Erstellt: 28.11.2017, 07:00 Uhr

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