Es braucht Bussen – aber nicht nur

Lustige Plakatkampagnen helfen nicht gegen Abfallsünder. Die landesweite Litteringbusse ist deshalb ein probates Mittel.

Bild: Adrian Moser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Littering, das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen, ist seit Jahren ein Thema, das die Gemüter bewegt. In mehreren Kantonen und Städten wurde deshalb die Möglichkeit geschaffen, Verhalten dieser Art mit Bussen zu bestrafen: In Bern etwa liegt es seit gut einem Jahr in der Kompetenz der Gewerbepolizei, zu büssen, wer seinen Müll liegen lässt oder auf die Strasse wirft. 40 Franken kostet das Wegwerfen eines Zigarettenstummels, einer Getränkedose oder einer Essensverpackung. Mindestens 80 Franken bezahlt, wer den öffentlichen Raum mit grösseren Mengen von Abfall oder mit Hundekot verunreinigt.

Weil Littering zunehmend auch ausserhalb der Städte zum Problem wird, soll nun landesweit und heftiger gebüsst werden. Zu Recht. Vielen ist heute der Sinn dafür abhandengekommen, was Rücksicht bedeutet – und dass der öffentliche Raum allen gehört. Um den Sinn dafür zu schärfen, ist die Strafbarkeit von Littering ein probates Mittel – lustige Plakatkampagnen allein reichen nicht aus. Um die präventive Wirkung von Bussen zu stärken, ist es aber wichtig, dass landesweit dieselben oder zumindest ähnliche Regeln gelten.

Patrouillen verstärken

Dass dort, wo Bussen schon heute möglich sind, nur wenige Abfallsünder ertappt werden, spricht nicht gegen die Einführung einer nationalen Strafnorm. Allerdings braucht es eine glaubwürdige Durchsetzung: In Bern patrouilliert die «Littering-Polizei» zweimal pro Woche durch die Innenstadt. Dieses Aufgebot sollte zumindest an Hotspots wie dem Bahnhof oder dem Waisenhausplatz verstärkt werden.

Der Gemeinderat verfolgt indessen eine andere Stossrichtung: Mit dem geplanten «Sauberkeits-Rappen» möchte er künftig indirekte Verursacher wie Detailhändler, Take-away-Stände oder Konzertorganisatoren in die Pflicht nehmen. Allerdings steckt der Teufel eines solchen Modells in den juristischen Details – und die bürgerlichen Gegner, welche es als «vorgezogene Busse» kritisieren, haben sich gegen die neue Gebühr bereits in Stellung gebracht. Um die Abfallmenge auf den Strassen zu verkleinern, dürfte mehr Repression allein aber kaum ausreichen. (Der Bund)

Erstellt: 16.11.2014, 16:25 Uhr

Philipp Loser, Inlandredaktor

Artikel zum Thema

Littering soll überall strafbar werden

Einige Kantone verhängen bereits heute Bussen gegen Abfallsünder. Sie verlangen meistens 40 bis 80 Franken. Künftig soll in der ganzen Schweiz gebüsst werden – und zwar deutlich stärker. Ob das etwas nützt, ist umstritten. Mehr...

Gutscheine, Goldbesen, Gewinnspiel

Der Ständerat lehnte heute eine neue Taskforce gegen Littering ab. Um dem Abfall beizukommen, werden in gewissen Gemeinden aber bereits heute ausgeklügelte Methoden angewendet. Mehr...

Raschelsack-Verbot sorgt für Ärger

Die Plastikindustrie versucht, den Anbietern kompostierbarer Tüten ein Redeverbot aufzuerlegen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Wettbewerb

Gratis nach Singapur fliegen

Seit Anfang August fliegt Singapore Airlines auch ab Zürich mit einem neu ausgestatteten Airbus A380. Gewinnen Sie zwei Flugtickets.

Kommentare

Blogs

Zum Runden Leder Ein Banker im Wankdorf

Michèle & Friends Werden Kater mit dem Alter schlimmer?

Die Welt in Bildern

Grossflächig: Der für seine in die Landschaft integrierten Kunstwerke bekannte französische Künstler Saype zeigt im Park La Perle du Lac sein Werk «Message from Future». (16. September 2018)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...