Drohne gekauft? Das gilt es zu beachten

Wann man eine Bewilligung braucht und wo Flüge verboten sind – die Übersicht zum Drohnenstopp.

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Dem Bundesamt für Zivilluftfahrt wurde es zu viel: Weil die Zahl von generellen Anfragen zu Drohnen und Bewilligungsgesuchen in den letzter Monaten stark zunahm, hat es einen temporären Stopp verhängt. Ab sofort wird das Bazl keine Anfragen für private Zwecke mehr beantworten, wie DerBund.ch/Newsnet berichtete.

Die Bearbeitung der komplizierten Gesuche für den professionellen Einsatz ist schon aufwendig genug. Erst fünfzig von diesen hat das Bundesamt bisher behandelt. Mit dem bestehenden System schaffe man es nicht mehr, alle generellen Anfragen sicher zu beantworten, liess das Bazl verlauten.

Für Hobbyfilmer und -fotografen sind das schlechte News. Denn beim Gebrauch von Drohnen gibt es vieles zu beachten, zum Beispiel den Schutz der Privatsphäre – gerade in Wohnquartieren. Menschen dürfen nicht ohne ihr Einverständnis gefilmt oder fotografiert werden. Doch wo ist der Einsatz von Drohnen überhaupt zulässig? Und wann braucht es dafür eine Bewilligung? Wir fassen die wichtigsten Regeln zusammen:

Das Gewicht ist ein entscheidender Faktor. Für Drohnen über 30 Kilogramm muss beim Bazl eine Bewilligung eingeholt werden. Ist das Modell leichter, braucht es keine Genehmigung. Allerdings muss der Pilot jederzeit Augenkontakt zu seiner Drohne haben und darf sich Menschenansammlungen von über 24 Personen höchstens 100 Meter annähern.

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Am wenigsten Einschränkungen gibt es für Minidrohnen, die weniger als 500 Gramm wiegen. Sie dürfen über einer Menschenmenge geflogen werden, beispielsweise um ein privates Fest oder eine Hochzeitsgesellschaft von oben zu filmen. Zudem gelten für sie keine Einschränkungen im Umkreis von 5 Kilometern um Flugplätze und Heliports.

Ärger über Digitec-Werbung

Aber auch mit kleinen Drohnen ist nicht alles erlaubt, wie eine TV-Werbung des Schweizer Online-Händlers Digitec suggeriert. Das Bazl sah sich gezwungen, darüber aufzuklären. Drohnen dürften unabhängig von ihrem Gewicht nicht so betrieben werden, dass Menschenleben oder Sachen Dritter gefährdet seien, schrieb es auf seiner Website. Zudem sei die vorsätzliche Störung des öffentlichen Verkehrs strafbar, genauso wie Flüge über militärischen Anlagen und in ausgewiesenen Naturschutzzonen.

Diese sind generell verboten. Das Bazl hat alle Natur- oder Vogelschutzreservate (lila umrandet), Jagdbanngebiete (gelb), Flugplatzzonen mit Einschränkungen (pink) und Kontrollzonen der Flugplätze (blau) auf einer Karte eingezeichnet. Wo Flüge eingeschränkt oder verboten sind: Drohnen-Karte des Bundes. (Hier klicken, um Karte genauer anzuschauen)

Drohnenflüge im Abstand von weniger als 5 Kilometer um Flugplätze (pink) müssen vom Flugplatzleiter beziehungsweise der Flugsicherung bewilligt werden. Gleiches gilt für den Einsatz in einer Höhe über 150 Meter in Kontrollzonen (blau).

Der Berufsverband der Piloten forderte kürzlich noch schärfere Massnahmen. Denn Vorfälle mit Drohnen und Flugzeugen häufen sich. Anfang Oktober beispielsweise veröffentlichte die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle einen Bericht über eine Beinahekollision im vergangenen Mai, als sich eine Drohne am Flughafen Zürich einem Airbus im Landeanflug bis auf 10 Meter genähert hatte.


Video – So will Skyguide Flugzeuge vor Drohnen schützen

U-space: Wie der Flugraum für Drohnen geregelt werden kann. (Video: Tamedia/SDA)


Was ebenfalls beachten werden muss, sind regionale Vorschriften. Kantone und Gemeinden dürfen selbst Einschränkungen erlassen. So gibt es beispielsweise während des WEF jeweils ein temporäres Sperrgebiete für Drohnen rund um Davos. Ausserdem müssen Piloten von Drohnen über 500 Gramm sicher sein, dass ihre Haftpflichtversicherung allfällige Schäden von mindestens einer Million Franken abdeckt.

Für autonom fliegenden Drohnen, sogenannte «Selfie-Drohnen», gibt es gesetzlich kein Verbot. Der Benutzer muss diese laut Bazl aber stets in Sichtkontakt haben. Das heisst, dass die gerade bei Sportlern beliebte «Verfolgungsfunktion» nur gestattet ist, wenn eine zweite Person Sichtkontakt zur Drohne hat und bei einem Problem einschreiten könnte. Bei einer Gefahrensituation muss der Pilot selbst in der Lage sein, die Drohne zur Landung zu bringen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.03.2018, 15:50 Uhr

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