Der Mörder von Marie wird doch nicht lebenslänglich verwahrt

Das Bundesgericht hat die lebenslange Verwahrung des Mannes, der die 19-jährige Marie in Payerne VD ermordet hatte, aufgehoben.

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Das Bundesgericht bestätigte den Schuldspruch des Kantonsgerichts des Kantons Waadt und damit die Verurteilung des Mannes wegen Mordes und weiterer Delikte zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Die erst- und zweitinstanzlich angeordnete lebenslängliche Verwahrung hingegen hob das Bundesgericht auf, weil eine der vom Gesetz geforderten Voraussetzungen nicht erfüllt war.

Eine lebenslängliche Verwahrung kann nur angeordnet werden, wenn zwei erfahrene, voneinander unabhängige Fachleute, die den Täter weder behandelt noch in anderer Weise betreut haben, zum Schuss kommen, der Beschuldigte sei «dauerhaft nicht therapierbar».

Tatsächlich hatte einer der vom Kantonsgericht befragten Psychiater nicht ausdrücklich bestätigt, dass der zur Tatzeit 36 Jahre alte Täter zeit seines Lebens für eine Behandlung unzugänglich ist. Vielmehr hatte der Fachmann darauf hingewiesen, dass in der Psychiatrie keine «lebenslangen» Prognosen über die Behandlungsmöglichkeiten eines Menschen gemacht werden könnten.

Neuer Verwahrungsentscheid nötig

Das Urteil geht zurück ans Kantonsgericht, das neu über die Anordnung einer Verwahrung entscheiden muss. Denn für die Anordnung einer «normalen» Verwahrung braucht es weder zwei Gutachten noch eine lebenslange Untherapierbarkeit.

Der Mann war 2000 wegen Mordes sowie weiterer Delikte zu einer Zuchthausstrafe von 20 Jahren verurteilt und 2012 bedingt entlassen worden. Ab März 2013 stand er in Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie. Am 13. Mai 2013 suchte er sie an ihrem Arbeitsplatz in Payerne VD auf und zwang sie in sein Auto. In der Nacht auf den 14. Mai 2013 erdrosselte er die junge Frau.

2016 verurteilte ihn das Kriminalgericht des Bezirks de la Broye et du Nord vaudois wegen Mordes, Freiheitsberaubung und Entführung, sexueller Nötigung und weiterer Delikte zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Weiter ordnete es seine lebenslängliche Verwahrung an. Das Waadtländer Kantonsgericht bestätigte den Entscheid 2016, der jetzt in Bezug auf die lebenslängliche Verwahrung aufgehoben wurde.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.03.2018, 12:34 Uhr

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