Das müssen die neuen Kampfjets können

Das VBS hat die Anforderungen an ein neues Kampfflugzeug und an das neue System zur bodengestützten Luftverteidigung vorgestellt.

Die Anschaffung des Gripen wird wieder diskutiert: Claude Meier, Chef Armeestab, im Interview. Video: SDA/Keystone

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In Zukunft sollen vier Kampfflugzeuge während vier Wochen ständig den Schweizer Luftraum schützen können. Das erwartet das Verteidigungsdepartement VBS von der neuen Kampfjet-Flotte. Um diese Anforderungen zu erfüllen, braucht es bis zu 40 neue Maschinen.

Das VBS, das am Freitag seinen Anforderungskatalog veröffentlicht hat, lässt sich zur Anzahl neuer Kampfjets zwar noch nicht in die Karten blicken. Ein Expertenbericht vom Mai 2017 im Auftrag von Verteidigungsminister Guy Parmelin zeigt jedoch, dass für eine Durchhaltefähigkeit von vier Wochen 40 Flugzeuge notwendig sind.

Wie viele Flugzeuge?

Die genaue Anzahl Flugzeuge hängt auch davon ab, welche Boden-Luft-Raketen die Armee kauft. Eine starke bodengestützte Luftverteidigung erlaube eine kleinere Anzahl Flugzeuge und umgekehrt, schreibt das VBS.

Eine Anforderung an die Boden-Luft-Verteidigung (Bodluv) ist, dass eine Fläche von mindestens 15'000 Quadratkilometern abgedeckt werden soll. Zudem soll das System eine grössere Reichweite haben. Diese Kriterien entsprechen ebenfalls dem Szenario der Expertengruppe, das von 40 Kampfflugzeugen ausgeht.

Gleich wie beim Gripen

Der Kampfjet-Verantwortliche im VBS, Christian Catrina, machte an der Pressekonferenz klar: «Es geht im Wesentlichen um das Gleiche wie bei der Beschaffung des Gripen.» Man brauche das Flugzeug für das Gleiche. Das Land sei nach wie vor neutral und die Armee habe immer noch die gleiche Aufgabe.

Trotzdem will der Bund nun im Vergleich zum vorhergehenden Bodluv 2020 eher auf Luftverteidigung mit grösserer Reichweite setzen. «Am liebsten würden wir Geräte aller Reichweiten gleichzeitig beschaffen. Wir haben dafür aber nicht genug Mittel, müssen also Prioritäten setzen.» Bei der kurzen Reichweite sei die technische Entwicklung momentan schnell, sodass man dort lieber abwarte.

Im Bericht schreibt das VBS, es sei wünschbar, dass ein Schweizer Pilot das Flugzeug testen könne. Es wird aber nicht zur Bedingung gemacht. Peter Winter, Vizedirektor von Armasuisse, sagt dazu: «Unsere Testpiloten haben das so beurteilt, dass es nicht mehr nötig ist, mitzufliegen. Heute ist mit Simulationen vieles möglich. Es kann, muss aber nicht.»

Bis zu 8 Milliarden Franken: Das VBS informierte an einer Medienkonferenz über den Kauf neuer Kampfflugzeuge. Video: VBS

8 Milliarden Franken

Erstmals hat das VBS nun auch bekannt gegeben, welche Raketensysteme zum Schutz des Schweizer Luftraums infrage kommen. Evaluiert werden die SAMP/T von Eurosam, David's Sling des israelischen Herstellers Rafael und die Patriot-Raketen des US-Herstellers Raytheon.

Ein Journalist fragt, warum kein russisches System wie das Raketenabwehrsystem 400 evaluiert werde. Armeestabschef Claude Meier macht einen Vergleich: «Wenn ich eine Tür mit Schloss habe, und mit dem falschen Schlüssel versuche, sie zu öffnen, dann geht das nicht.» Die Systeme seien sehr unterschiedlich, eine Integration von russischen Systemen sei sehr teuer, das Geld würde an anderer Stelle fehlen. Catrina ergänzt: «Es wäre politisch gesehen ein eigentümlicher Zeitpunkt, gerade jetzt, nach Jahrzehnten von Beschaffungen aus westlichen Ländern, von Russland Dinge zu importieren.»

Der Bundesrat hat letzten November entschieden, für 8 Milliarden Franken neue Kampfflugzeuge und ein neues Bodluv-System zu kaufen. Darüber soll das Volk abstimmen können. Keine Abstimmung ist jedoch über die Wahl des Flugzeugtyps und des Bodluv-Systems vorgesehen. Die neuen Kampfjets sollen ab 2025 die F/A-18 ablösen. (the/SDA)

Erstellt: 23.03.2018, 13:58 Uhr

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