Das müssen Sie zum SBB-Fahrplanwechsel wissen

Mehr Direktverbindungen, Reform beim Swisspass: Heute tritt der neue SBB-Fahrplan in Kraft. Unsere Grafiken zeigen die wichtigsten Änderungen.

Mehr Direktverbindungen und mehr Sitzplätze: Die SBB bauen ihr Netz aus.

Mehr Direktverbindungen und mehr Sitzplätze: Die SBB bauen ihr Netz aus. Bild: Keystone

Der Zugverkehr in der Schweiz wächst und wächst. Immer mehr Menschen pendeln auf der Schiene zum Arbeitsort oder zur Schule. 2012 verzeichneten die SBB noch 1,09 Millionen Reisende pro Tag, 2014 waren es 1,18 Millionen und im vergangenen Jahr schon 1,25 Millionen. Dementsprechend bauen die SBB ihre Infrastruktur aus. Allein zwischen 2012 und 2016 hat die Anzahl Züge auf dem Streckennetz um über 8 Prozent zugenommen.

Ausbau der Nord-Süd-Achse

Mit dem neuen Fahrplan, der ab dem 10. Dezember gilt, gibt es einen weiteren Angebotsausbau. Die SBB stellen mehr Direktverbindungen und mehr Sitzplätze bereit. Davon profitiert in erster Linie die Romandie, aber auch das Tessin, das Wallis und die Region Zürich.

Im internationalen Verkehr gibt es gleich mehrere Neuerungen auf der Nord-Süd-Achse. So fährt der direkte Zug zwischen Zürich und Stuttgart im Stundentakt und damit doppelt so häufig wie bis anhin. Die Direktverbindung Zürich-Venedig, die es bis jetzt nur am Wochenende gab, wird nun jeden Tag angeboten. Und auch zwischen Frankfurt und Mailand verkehrt ab dem 10. Dezember täglich ein Zugspaar.

Mit dem Angebot Frankfurt–Mailand (in 7,5 Stunden) wollen die SBB auch testen, wie gross die Nachfrage für direkte Reisen zwischen Deutschland, dem Tessin, dem Wallis und Italien ist. Eine Einschränkung gibt es aber: Weil die Strecke südwärts durch den Gotthard führt, nordwärts aber via Simplon-Lötschberg, bestehen direkte Verbindungen zwischen Deutschland und dem Tessin beziehungsweise dem Wallis jeweils nur in einer Richtung.

Beim nationalen Verkehr profitiert die Westschweiz am meisten. Neu hält der Interregio auf der Strecke Genf-Flughafen–Bern–Luzern auch in Nyon, Morges, Palézieux und Romont. Damit erhalten Nyon und Morges eine Direktverbindung nach Bern und Luzern. Palézieux und Romont sind ab jetzt mit einer schnellen Direktverbindung an Genf und dessen Flughafen angeschlossen. Weil auf diesen Strecken überwiegend Doppelstöcker eingesetzt werden, stehen mehr Sitzplätze zur Verfügung. Ausserdem gibt es in der Broye-Ebene im Kanton Freiburg neu Züge im Halbstundentakt.

Die Interregio-Züge Genf-Flughafen–Lausanne–Brig verkehren mit dem Fahrplanwechsel stündlich ohne Halt zwischen Genf und Lausanne. Damit verkürzt sich die Reisezeit zwischen dem Wallis und Genf um 11 Minuten. Neu verkehrt zudem ab Basel–Luzern ein Frühzug durch den Gotthard-Basistunnel nach Lugano.

Auch regional gibt es Änderungen: Die Zürcher S 3 zwischen Aarau und Wetzikon verkehrt ab Sonntag während der Hauptverkehrszeit auf der ganzen Linie im Halbstundentakt (bisher Aarau–Dietikon nur stündlich.). Zudem wird die Strecke der Tessiner S-Bahnlinien 40 und 50 von Stabio bis nach Varese (Italien) verlängert. Ab Juni 2018 fährt die S 40 dann sogar bis zum Flughafen Malpensa bei Mailand.

Baustellen verursachen längere Reisezeiten

Mehr Passagiere, mehr Verbindungen, mehr Züge: Mit dem Angebotsausbau wird auch das Eisenbahnnetz immer stärker beansprucht. In der Folge müssen die SBB vermehrt Instandhaltungsarbeiten durchführen. Wegen Baustellen gibt es mit dem Fahrplanwechsel auf verschiedenen Strecken Einschränkungen.

Im Viereck zwischen Luzern–Olten–Basel–Zürich wird von Montag bis Donnerstag ab 22 Uhr das Angebot reduziert. Für die Passagiere bedeutet das längere Reisezeiten, insbesondere Richtung Basel und Luzern, wo Direktverbindungen durch solche mit Umsteigen in Olten ersetzt werden. Die so verlängerten nächtlichen Zeitfenster für Bauarbeiten sollen vermeiden, dass der Betrieb während der Hauptverkehrszeiten beeinträchtigt wird.

Von Bauarbeiten beeinträchtigt sein wird auch die West-Ost-Achse von Lausanne nach Bern. Während sieben Wochen im Sommer wird der Abschnitt Lausanne-Puidoux wegen Baustellen gesperrt. Die Züge werden in dieser Zeit über Vevey umgeleitet oder durch Busse ersetzt.

Eine Vereinfachung gibt es dafür bei der Bezeichnung der Züge, von der sich die SBB eine bessere Orientierung versprechen. Der heutige ICN wird im Fahrplan neu als IC aufgeführt – es gibt somit nur noch die Bezeichnungen IC für Intercity und IR für Interregio. Neigezüge sind auf SBB Mobile und SBB.ch jedoch als solche ausgewiesen.

Zudem werden die Interregio- und Intercity-Linien mit Nummern versehen, wie es die Passagiere bereits von der S-Bahn gewohnt sind. Die Nummerierung orientiert sich am Nationalstrassennetz. Die Verbindung auf der West-Ost-Achse von Genf nach St. Gallen beispielsweise trägt den Namen IC 1, diejenige von Zürich nach Chur IC 3.

Der Swisspass kommt aufs Handy

Neuerungen gibt es auch beim oft gescholtenen Swisspass. Im ersten Halbjahr 2018 wird er voraussichtlich in elektronischer Form lanciert. Wer ein Generalabonnement oder Halbtax besitzt, braucht dannzumal kein rotes Kärtli mehr, sondern kann seinen Swisspass in die SBB-App auf seinem Smartphone integrieren.

Ab 2018 bieten zudem die sechs Tarifverbünde A-Welle (Kanton Aargau und Region Olten-Gösgen-Gäu), Z-Pass (Zürich), Fribmobil (Freiburg), Libero (Bern und Solothurn), Passepartout (Luzern) und der Tarifverbund Schwyz einen Teil ihrer Abonnemente auf dem Swisspass an. Integriert werden neu auch der Velo-Pass und die Monatskarte zum Halbtax sowie ab Anfang 2018 das Gleis 7 und das Ausflugs-Abo. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.12.2017, 16:44 Uhr

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