Berufsverbot für pädophile Straftäter gilt ab Januar

Gerichte müssen ab dem 1. Januar zwingend ein lebenslanges Tätigkeitsverbot anordnen. Mögliche Ausnahme: Jugendliebe.

Arbeitsverbot für pädophile Straftäter: Ein Mann berührt ein Kind (Symbolbild) Bild: Keystone

Arbeitsverbot für pädophile Straftäter: Ein Mann berührt ein Kind (Symbolbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Künftig darf kein pädophiler Straftäter mehr mit Kindern arbeiten. Die Gerichte müssen ab dem 1. Januar 2019 in allen Fällen ein lebenslanges Tätigkeitsverbot anordnen.

Der Bundesrat setzte die entsprechende Gesetzesbestimmung auf dieses Datum hin in Kraft, wie er am Mittwoch mitteilte. Der Erlass setzt die Pädophilen-Initiative um, das Parlament hiess ihn im März gut.

Gemäss der neuen Bestimmung muss ein Gericht zwingend ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot aussprechen, wenn sich erwachsene Verurteilte sexuell an Minderjährigen oder besonders schützenswerten Personen vergangen haben. Als besonders schützenswert gelten Personen, die wegen Alter und Krankheit hilfsbedürftig, vom Täter abhängig, zum Widerstand unfähig oder urteilsunfähig sind.

Ausnahme bei Jugendliebe

Der Deliktkatalog enthält neben Verbrechen und Vergehen auch Übertretungen der sexuellen Integrität, etwa Belästigungen. Auch wenn ein Täter schuldunfähig ist und zu einer Massnahme verurteilt wird, ist das Tätigkeitsverbot zwingend.

Eine Ausnahme gibt es für besonders leichte Fälle von gewissen Sexualstraftaten, wenn keine Rückfallgefahr besteht. Das gilt namentlich für die Jugendliebe. Bei pädophilen Tätern im psychiatrischen Sinn sind keine Ausnahmen möglich.

Durchgesetzt wird das Verbot der beruflichen oder freiwilligen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mittels des Auszugs aus dem Strafregister und des Sonderprivatauszugs. Mit diesen können Arbeitgeber, Organisationen oder Behörden prüfen, ob ein Bewerber oder Mitarbeiter einem Tätigkeitsverbot unterliegt. Zudem können die Täter von der Bewährungshilfe überwacht werden.

(oli/sda)

Erstellt: 10.10.2018, 11:40 Uhr

Artikel zum Thema

Pädophilen-Initiative soll entschärft werden

Das lebenslange Berufsverbot, wie es ein Volksbegehren fordert, ist für die zuständige Ständeratskommission so nicht umsetzbar. Sie macht den Weg frei für eine Härtefallklausel. Mehr...

Wie Pädophile in Sex-Chats das Gesetz umgehen

Ein Lehrer onaniert gemeinsam mit einem Jungen via Chat. Doch sexueller Kontakt im Netz ist nicht per se strafbar. Mehr...

Pädophile Lehrer sollen nie mehr mit Kindern arbeiten

Video Der Ständerat will die Pädophilen-Initiative nicht direkt anwenden, sondern mit einem Gesetz umsetzen. Dabei wurde der Automatismus der Initiative abgeschwächt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Paid Post

Das passende Auto für jeden Lebensabschnitt

Für Ihr Hobby braucht es eigentlich einen Kombi – Sie fahren aber lieber einen Sportwagen. Gleichzeitig braucht es für die Family den grossen SUV. Das ist jetzt kein Problem mehr.

Blogs

Geldblog Nestlé kann sich noch weiter steigern

History Reloaded Wie Zürichs Demokraten die Schweiz formten

Werbung

Fussballinteressiert?

Hintergrundinformationen, Trainerdiskussionen und Pseudo-Expertentum vom Feinsten.

Die Welt in Bildern

Schlangenfrauen: Kontorsionistinnen während einer Aufführung im Cirque de Soleil in Auckland. (14. Februar 2019)
(Bild: Hannah Peters/Getty Images) Mehr...