Zum Hauptinhalt springen

200'000 Portugiesen in der Schweiz können keine Pässe mehr verlängern

Vom Streik des Personals der portugiesischen Konsulate wegen des starken Frankens sind alle Vertretungen in der Schweiz betroffen. Das hat für die 200'000 hier lebenden Portugiesen Konsequenzen.

Starker Franken macht den portugiesischen Botschaftsangestellten in Bern zu schaffen: Flagge am Finanzministerium in Lissabon.
Starker Franken macht den portugiesischen Botschaftsangestellten in Bern zu schaffen: Flagge am Finanzministerium in Lissabon.
Keystone

Auch das Konsulat in Zürich sei geschlossen, sagte Marco Martins von der Gewerkschaft des Personals der ausländischen Vertretungen Portugals. Insgesamt unterhält Portugal neben der Botschaft mit einem Konsulatsdienst in Bern und dem Konsulat in Zürich auch Vertretungen in Grand-Saconnex bei Genf, in Lugano und Sitten.

Für die rund 200'000 in der Schweiz lebenden Portugiesen hat der Streik Konsequenzen: Es können beispielsweise keine Pässe mehr verlängert werden oder Portugiesen in der Schweiz kann bei Problemen nicht geholfen werden. Die Regierung in Lissabon hatte erklärt, in Notfällen könne das Konsulat in Zürich helfen.

Löhne in Euro

Am Montag waren die etwa 50 Angestellte der portugiesischen Konsulate in den Ausstand getreten. Da ihre Löhne in Euro ausbezahlt werden, leiden sie besonders unter der Frankenstärke. Anfang Jahr hatte zudem die Regierung in Lissabon im Zuge ihrer Sparanstrengungen die Löhne um 10 Prozent gekürzt.

Die Angestellten fordern, dass ihre Löhne wieder auf das Niveau von Anfang 2010 angehoben werden. «Wir erhielten damals etwa 4000 Franken netto im Monat, heute sind es zwischen 2600 und 2700 Franken», sagte Martins. So sei das Leben in der Schweiz für das Personal fast unerschwinglich.

Keine Verhandlungen

Ein Ende des Streiks ist nicht in Sicht. Die Beschäftigten hätten am Donnerstag in Bern bekräftigt, den Streik unbefristet weiterführen zu wollen, sagte Martins der Nachrichtenagentur SDA.

Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Personal gebe es derzeit keine. Es habe seit vergangen Freitag keinen Kontakt mit der portugiesischen Regierung mehr gegeben, sagte Martins. Damals habe Lissabon erklärt, das Budget reiche nicht, um die Forderungen zu erfüllen.

Treffen beim EDA

Das Personal hofft nun auf das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), denn Portugal hat sich wie andere Länder gegenüber der Schweiz verpflichtet, seinem Personal landesübliche Löhne zu zahlen.

Die Streikenden hatten das EDA Anfang Woche in einem Brief um Hilfe gebeten. Das Aussendepartement wolle nun Vertreter des Personals empfangen. Der Termin stehe noch nicht fest, sagte Martins. «Wir hoffen, dass das EDA der Regierung in Lissabon unsere Lage in der Schweiz begreiflich machen kann», sagte Martins.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch