1500 Flüchtlinge bald in der Schweiz erwartet

In den nächsten Wochen werden Flüchtlinge aus Italien und Griechenland umverteilt – auch in die Schweiz.

Freiwillige Teilnahme an der Umverteilung: Asylsuchende unterhalten sich am 22. März 2016 im Aufenthaltsraum des Bundesasylzentrums in Thun.

Freiwillige Teilnahme an der Umverteilung: Asylsuchende unterhalten sich am 22. März 2016 im Aufenthaltsraum des Bundesasylzentrums in Thun.

(Bild: Keystone Lukas Lehmann)

1500 Flüchtlinge sollen aus Italien und Griechenland in die Schweiz kommen. Eine erste Gruppe solle schon bald in der Schweiz eintreffen, hiess es vom Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Das wird in den nächsten Wochen sein», präzisierte SEM-Chef Mario Gattiker am Mittwoch vor den Medien. Er sprach am Rande der UNO-Konferenz zu den Syrien-Flüchtlingen in Genf.

«Fallprüfung» zu Sicherheitsaspekten

«Wir sind dabei, die Modalitäten mit den griechischen und italienischen Behörden festzulegen», sagte Gattiker. Die Flüchtlinge würden von Griechenland und Italien ausgesucht. Die Schweiz mache danach eine «Fallprüfung», vor allem zu Sicherheitsaspekten.

Umgekehrt muss die Schweiz Personen gemäss der Dublin-Vereinbarung in jene europäische Länder zurückschicken, wo die Flüchtlinge bereits eine Asylanfrage gestellt haben.

Absprache mit den Kantonen

Der Bundesrat hat grundsätzlich bereits zugestimmt, eine zweite Gruppe von Flüchtlingen aufzunehmen, sofern sich die EU auf einen Verteilschlüssel einigt. Der Zeitplan dafür ist aber noch nicht bekannt. Vor einigen Monaten kursierte die Zahl von 4500 bis 5000 Personen von rund 120'000 Flüchtlingen, die in die EU kommen sollen.

«Wir nehmen freiwillig an der Umverteilung teil», sagte Staatssekretär Gattiker. Deren Umsetzung müsse noch mit den Kantonen abgesprochen werden.

In den fünf Jahren seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien nahm die Schweiz mehr als 16'000 Flüchtlinge auf, die als besonders gefährdet eingestuft wurden. Die Aufnahme verlief über Asylverfahren, Familienzusammenführungen, humanitäre Visa oder Flüchtlingskontingente.

bee/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt