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1,5 Milliarden Franken weniger Lohn bei Ja zu Juso-Initiative

Laut einer ETH-Studie wären 1200 Unternehmen von einer Annahme der 1:12-Initiative betroffen. Das Papier nennt auch Zahlen zu betroffenen Spitzenverdienern.

Wer auf diesen Stühlen sitzt, müsste bei einem Ja zur 1:12-Initiative mit weniger Lohn rechnen: Management-Raum einer Schweizer Firma.
Wer auf diesen Stühlen sitzt, müsste bei einem Ja zur 1:12-Initiative mit weniger Lohn rechnen: Management-Raum einer Schweizer Firma.
Keystone

Im anrollenden Abstimmungskampf zur 1:12-Initiative setzen Gegner wie Befürworter auf Zahlen: Sie argumentieren mit Studien, die aufzeigen sollen, welche negativen oder positiven Folgen eine Annahme der Initiative hätte. Die SRF-Nachrichtensendung «10vor10» präsentierte gestern eine unabhängige Untersuchung der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF). Sie kommt gemäss KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm zu überraschenden Befunden: «Wir sind erstaunt, wie wenige Firmen von den Folgen der Initiative betroffen wären. Oder anders gesagt: wie gering das Verhältnis zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Einkommen in der Schweiz ist.»

In 1200 Unternehmen verdiene der Chef über 12-mal mehr als der schlechtest bezahlte Mitarbeiter. Betroffen sind vor allem Firmen des Finanz- und Versicherungswesens, des Grosshandels sowie der Unternehmensberatung. «Unternehmen mit grosser Lohndifferenz sind eher die Ausnahme», folgert Sturm. In den meisten Firmen verdient der Chef zwei- bis dreimal mehr als der Mitarbeiter mit dem niedrigsten Lohn; die Lohnspanne liegt üblicherweise unter dem Verhältnis 1:8.

4400 Spitzenverdiener

Trotzdem: In der Schweiz gibt es 4400 Spitzenverdiener, die bei Annahme der Initiative Lohnabstriche machen müssten. Ihr Einkommen beträgt im Schnitt über 800'000 Franken. Würden ihnen die Gehälter entsprechend des Verhältnisses 1:12 gekürzt, würden 1,5 Milliarden Franken frei werden. Offen bleibt, was mit diesem Geld geschehen würde. Die wegfallende Lohnsumme würde auch in der AHV fehlen. Der Altersvorsorge würden rund 125 Millionen Franken fehlen.

Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, spricht gegenüber «10vor10» von einem seriösen Resultat der Studie. Aber Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbands, widerspricht: «Das KOF-Szenario geht davon aus, dass keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden und keine Betriebe verschwinden. Darum fallen die AHV-Ausfälle geringer aus als bei unseren Berechnungen. Wir haben das berücksichtigt und kommen auf höhere Beträge.»

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