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1137 Franken weniger für Frauen als für Männer

Frauen verdienen immer deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, wie ein neuer Bericht vom Bundesamt für Statistik zeigt. Ein grosser Teil der Differenz ist auf Lohndiskriminierung zurückzuführen.

Gleiche Arbeit, weniger Lohn: Eine Angestellte arbeitet mit elektronischen Komponenten in Wetzikon ZH.
Gleiche Arbeit, weniger Lohn: Eine Angestellte arbeitet mit elektronischen Komponenten in Wetzikon ZH.
Keystone

Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn im Jahr 2008 betrug in der Schweiz für Männer 6392 und für Frauen auf 5255 Franken. Während 61,1 Prozent dieser Lohndifferenz durch Unterschiede bei Ausbildung, Berufserfahrung oder Alter zu erklären seien, gingen die restlichen 38,9 Prozent auf Lohndiskriminierung zurück. Dies geht aus dem aktuellen Bericht des Bundesamts für Statistik (BFS) zur Qualität der Beschäftigung in der Schweiz hervor.

Nicht nur was den Lohn betrifft, müssen Frauen in der Arbeitswelt öfter zurückstecken als Männer. So hatten Frauen im Jahr 2010 auch mehr Mühe, einen ihren Wünschen entsprechenden Beschäftigungsgrad zu finden. Zudem leisten sie mehr Abend- und Wochenendarbeit.

Viele Frauen mutmasslich überqualifiziert

Wie aus dem am Mittwoch publizierten Bericht des BFS zudem hervorgeht, führten Frauen im Jahr 2009 fast doppelt so oft Arbeit auf Abruf aus. Zusätzlich sei bei weiblichen Beschäftigten seltener eine Mindestanzahl Arbeitsstunden garantiert. Der Anteil der Frauen mit einer befristeten Beschäftigung habe im Jahr 2010 ausserdem 6,4 Prozent betragen, während bei den Männern nur 5,5 Prozent in einem befristeten Arbeitsverhältnis standen.

Frauen besetzten auch häufiger eine Stelle, die nicht ihren erworbenen Qualitäten entspreche. So seien im Jahr 2008 insgesamt 2,9 Prozent der arbeitstätigen Frauen an ihrer Arbeitsstelle erheblich und weitere 25,1 Prozent mutmasslich überqualifiziert gewesen, heisst es in dem Bericht weiter. Bei ihren männlichen Kollegen waren es nur 1,1 respektive 16,6 Prozent.

3,7 Prozent mehr Reallohn in 10 Jahren

Rechnet man Männer und Frauen zusammen, betrug der monatliche Bruttolohn durchschnittlich 5978 Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 15 Prozent gegenüber zehn Jahren zuvor, währenddessen die Konsumentenpreise in dieser Zeitspanne nur um 11,3 Prozent gestiegen sind. Von der Lohnerhöhung haben laut BFS aber vor allem die oberen Lohnklassen profitiert.

Wie dem BFS-Bericht weiter zu entnehmen ist, hat der Anteil der Erwerbstätigen, die einer Teilzeitarbeit nachgehen, seit 2000 stetig zugenommen. Arbeiteten zu Beginn des Jahrzehnts noch 29,3 Prozent der Bevölkerung mit einem Teilzeitpensum, waren es 2010 bereits 34,1 Prozent.

Auch der Anteil der Arbeitnehmenden mit einem befristeten Arbeitsvertrag hat zwischen 2000 und 2010 zugenommen, und zwar von 4,5 auf 5,9 Prozent. 21,9 Prozent der 182'000 Temporärangestellten im Jahr 2010 besassen gemäss BFS gar einen Vertrag, der innerhalb der nächsten sechs Monate auslaufen sollte.

Weniger Angst um Job

Dennoch sehe sich die grosse Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung relativ sicher auf ihrem Arbeitsplatz, heisst es im Bericht weiter. Allerdings gehen die neuesten Zahlen des Statistikamts hier auf das Jahr 2007 und somit die Zeit vor der Finanzkrise zurück. Damals gaben 42,9 der befragten Personen an, keine Angst um ihren Job zu haben, während sich im Jahr 1997 noch 34,9 Prozent ihrer Stelle sicher glaubten.

Dementsprechend bekundeten im Jahr 2007 auch 65,8 Prozent der Befragten, sehr bis ausserordentlich zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein. Dies entspricht einem Anstieg um 16,3 Prozentpunkte gegenüber 2002.

Weniger Unfälle im Job

Auch ganz konkret sind die Arbeitsplätze in der Schweiz sicherer geworden. Registrierte das BFS 1999 noch 7760 nicht-tödliche Unfälle pro 100'000 Vollbeschäftigte, so waren es 2009 nur noch 6325. Die Häufigkeit tödlicher Berufsunfälle ist laut BFS zwar Schwankungen unterworfen, hat aber in diesem Zeitraum ebenfalls leicht abgenommen, und zwar auf 2,2 Unfälle pro 100'000 Beschäftigte.

SDA/rub

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