Zum Hauptinhalt springen

SVP-Glarner sammelt Geld für Flüchtlinge

Das Dorf Oberwil-Lieli AG wehrte sich vehement gegen Asylbewerber. Dafür sammelt Gemeindeammann Andreas Glarner (SVP) nun Geld für gestrandete Flüchtlinge.

Wollte sich von Asylbewerbern freikaufen: Andreas Glarner in seiner Gemeinde Oberwil-Lieli AG (Archiv).
Wollte sich von Asylbewerbern freikaufen: Andreas Glarner in seiner Gemeinde Oberwil-Lieli AG (Archiv).
Dominic Steinmann, Keystone

Die Gemeinde Oberwil-Lieli und ihr Ammann Andreas Glarner sorgten vergangenes Jahr europaweit für Schlagzeilen: Das Aargauer Dorf weigerte sich, Asylbewerber aufzunehmen, und entrichtete lieber eine Ersatzabgabe an den Kanton.

Inzwischen hat der Gemeinderat aber beschlossen, nach Möglichkeit eine fünfköpfige christlich-syrische Familie aufzunehmen. Die Gemeinde sucht derzeit nach einer 4,5-Zimmer-Wohnung.

300’000 Franken für Hilfsorganisation

Gleichzeitig möchte Asylhardliner Glarner beweisen, dass das Dorf die Augen «nicht vor dem Flüchtlingselend dieser Welt verschliesst». Die Gemeinderat beantragt der Einwohnerversammlung am Freitag deshalb, 50'000 Franken zugunsten der Organisation Schwizerchrüz.ch von Michael Räber zu sprechen, die in Flüchtlingscamps in der Türkei und Griechenland hilft. Glarner hatte im Sommer selbst zwei Lager besucht und sich ob der Zustände erschüttert gezeigt.

Zudem haben Gemeinde und Private eine Sammelaktion lanciert. In einem Flugblatt ermuntern sie die Bevölkerung zu weiteren Spenden. Laut SVP-Nationalrat Glarner sind bereits rund 300'000 Franken zusammengekommen.

Die IG Solidarität, die sich für die Aufnahme von Asylsuchenden im Dorf einsetzt, begrüsst die Spendenaktion. Sprecher Martin Uebelhart sagt: «Dass sich ausgerechnet Glarner bei seinem Lagerbesuch mit syrischen Flüchtlingsbabys fotografieren liess, fanden zwar viele peinlich. Aber dank unseres Widerstands hat sich der Gemeindeammann nun bewegt.» Dies sei auch nötig, da Glarner mit seiner Flüchtlingspolitik den Ruf des Dorfs ramponiert habe.

Übernommen und gekürzt von «20 Minuten».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch