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«Man muss den Tod in Kauf nehmen»

Erstmals hungerte sich im April ein Häftling in der Schweiz zu Tode. Ethikerin Ruth Baumann-Hölzle sagt, die Freiheit zur Selbstschädigung müsse für alle Menschen gelten – auch wenn sie im Gefängnis sässen.

Föderalismus: Ein Hungerstreik im Gefängnis wird nicht in allen Kantonen gleich gehandhabt. Strafanstalt Bellechasse im Kanton Freiburg.
Föderalismus: Ein Hungerstreik im Gefängnis wird nicht in allen Kantonen gleich gehandhabt. Strafanstalt Bellechasse im Kanton Freiburg.
Gaetan Bally, Keystone

Sterben lassen oder zwangsweise ernähren: Was ist aus ethischer Sicht richtig? Zwangsernährung ist immer ein massiver Eingriff in die physische und psychische Integrität des Menschen. Ein solcher Eingriff kann je nach konkreten Umständen gerechtfertigt sein oder nicht. Wenn ein Häftling die Nahrungsaufnahme verweigert, um damit gegen die Haftbedingungen zu protestieren, steht auf der einen Seite sein Anspruch auf körperliche Integrität, auf der anderen Seite die Fürsorgepflicht des Staates, Leben zu schützen.

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