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Magdalena Martullo-Blocher droht der EU mit Sanktionen. Das kennen wir doch? Ein Zitatevergleich von Vater und Tochter Blocher.

Auch sprachlich ist Magdalena Martullo-Blocher auf den Spuren ihres Vaters Christoph Blocher.

Auch sprachlich ist Magdalena Martullo-Blocher auf den Spuren ihres Vaters Christoph Blocher. Bild: Keystone

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Ausgerechnet in Herrliberg empfing Magdalena Martullo-Blocher die Journalistinnen der NZZ zum Interview. Und tatsächlich, während des Lesens beschleicht einen das Gefühl, dass da nicht nur die Tochter, sondern auch gleich noch der Vater Blocher spricht.

DerBund.ch/Newsnet hat Aussagen von Magdalena Martullo-Blocher aus dem Interview mit früheren Aussagen von Christoph Blocher verglichen. Die Parallelen sind erstaunlich:

Die Blochers über die flankierenden Massnahmen

Magdalena Martullo-Blocher: «Die flankierenden Massnahmen haben den freien Arbeitsmarkt in der Schweiz zerstört. Mit den Gesamtarbeitsverträgen und Tausenden Kontrollen pro Jahr bereichern sich die Gewerkschaften in Millionenhöhe und finanzieren linke Politik.»

Christoph Blocher: «Aber leider nimmt die von Politikern beschlossene Bürokratie immer mehr zu: Arbeitszeit­erfassung oder die staatliche Lohnpolizei. Der freie Arbeitsmarkt – bisher ein grosser Standortvorteil der Schweiz – wird unterwandert mit flankierenden Massnahmen.» (Christoph Blocher, Interview mit dem «Blick», 8. November 2014)

Die Blochers über die wenig standfeste Schweiz:

Magdalena Martullo-Blocher: «Die EU hat genügend eigene Probleme. Das Volk macht Druck bei Wahlen. Da will die EU nicht auch noch einen Konflikt mit uns. Aber wir knicken immer sofort ein.»

Christoph Blocher: Dem Bundesrat warf Blocher vor, er verfüge über eine einmalige Kondition im «Kopfnicken, im Rumpfbeugen und im Einknicken» – vor allem gegenüber fremden Staatschefs. (Auszug aus Christoph Blochers Rede an der Albisgüetli-Tagung 2013)

Die Blochers über mögliche EU-Sanktionen:

Magdalena Martullo-Blocher: «Wir haben sehr enge Handelsbeziehungen mit der EU, wir beschäftigen viele Europäer, wir organisieren und finanzieren den ganzen Nord-Süd-Transit für Europa. Es gibt durchaus Dinge, die wir in die Waagschale werfen können.»

Christoph Blocher: «Sollte die EU mit Nadelstichen einen Wirtschaftskrieg entfachen, gibt es Gegenmittel. Bedenken Sie: 2016 verkaufte die EU Produkte im Wert von 262 Milliarden Franken in die Schweiz, diese in die EU nur für 220 Milliarden!» (Christoph Blocher, Interview mit dem «Blick», 6. März 2018)

Die Blochers über die schärfste Waffe der Schweiz:

Magdalena Martullo-Blocher: «Beim Transitverkehr könnten wir ganz einfach die Subventionen streichen. (...) Transporte durch die Schweiz würden für die EU viel teurer. Heute fordere ich das nicht, ich fordere aber Abwehrdispositive, wo wir Stärken haben, wo die EU abhängig von uns ist.»

Christoph Blocher: «Dieses Abkommen ist für die EU gestrickt. Ohne Vertrag ist der freie Landverkehr auf der Nord-Süd-Achse für die EU-Länder nicht gewährleistet. Darum wird die EU dieses Abkommen nicht fallenlassen. Für die Schweiz hingegen hätte der Verzicht dieses Abkommens grosse Vorteile und nur geringfügige Nachteile. (...) Das Landverkehrsabkommen ist keineswegs überlebensnotwendig für die Schweiz – aber existenziell für die EU!» (Christoph Blocher schreibt auf Swissinfo einen Standpunkt zu den Bilateralen I, 30. Juli 2014)

Die Blochers über das Schiedsgericht:

Magdalena Martullo-Blocher: «Das Schiedsgericht ist nicht relevant. Wir müssten trotzdem EU-Recht übernehmen, das der Europäische Gerichtshof beurteilt.»

Christoph Blocher: «Die Rechtsauslegung bestimmt der Europäische Gerichtshof.» (Christoph Blocher in der «Arena» vom 9. März 2018)

Die Blochers über die FDP:

Magdalena Martullo-Blocher: «Die FDP ist bereit, für das Ausland alles zu opfern: Regulierungsübernahme, Aufgabe der Selbstbestimmung und jetzt auch noch die Preisgabe der flankierenden Massnahmen!»

Christoph Blocher: «Die FDP schwimmt im Geld der Wirtschaftsverbände, weil sie leider in der EU-Frage auf deren Linie eingeschwenkt ist und jetzt die Masseneinwanderungsinitiative auch nicht mehr umsetzen will. Deshalb ist es umso wichtiger, dass unsere Leute zeigen, wofür sie stehen.» (Die «SonntagsZeitung» zitiert aus einem internen Schreiben Christoph Blochers an die SVP-Kandidaten für die eidgenössischen Wahlen, 12. Juli 2015)

(ldc)

Erstellt: 12.07.2018, 14:33 Uhr

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