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«Im Englisch auch andere Dinge lernen»

Christine Le Pape Racine, Sprachdidaktikerin, im Gespräch.

Kinder lernen bereits in der zweiten Klasse eine erste Fremdsprache. Worauf muss man achten, damit dieser Unterricht erfolgreich ist? Kinder lernen in diesem Alter mit allen Sinnen: mit Musik, Bewegung und Bildern, über Vorzeigen und Nachahmen, durch Unterscheiden und Ordnen und so weiter. Wichtig ist, dass man den Kindern Handlungsaufträge gibt wie Dinge auf einem Bild suchen. Und man darf nicht gleich mit Leistungsdruck beginnen.

Viele Zürcher Lehrpersonen haben Mühe damit, dass die Kinder mit dem neuen Englischlehrmittel teilweise Inhalte lernen müssen, die sie nicht einmal auf Deutsch wissen. Ist das sinnvoll? Ja, grundsätzlich kann man ein Thema ganz gut auch in Englisch einführen – und sonst kann man es in einem anderen Fach auf Deutsch vorbesprechen. Im Grunde ist es vergeudete Zeit, wenn die Kinder im Englisch nur Dinge lernen, die sie bereits wissen. Für die Kinder ist es motivierender, wenn ihnen im Englisch neues Wissen vermittelt wird. Aber diese Lernmethode ist an den Volksschulen noch relativ neu – entsprechend ist vieles noch nicht perfekt, und die Lehrpersonen müssen methodisch eine Weile begleitet werden.

Das Problem ist vielleicht auch, dass manche Lehrer im Englischunterricht nicht ganz sattelfest sind. Wie schlimm ist das? Gerade im Anfangsunterricht, wenn die Kinder noch kaum Texte lesen, wäre es schon sehr sinnvoll, wenn die Lehrer die Sprache gut beherrschen würden, sonst eignen sich die Kinder Fehler an.

Der Englischunterricht beginnt zwar sehr früh, aber mit nur wenigen Lektionen. Wäre es nicht besser, später zu beginnen, dafür mit mehr Lektionen? Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser. Jede Stunde, sinnvoll genutzt, bringt etwas. Am Anfang geht es darum, die Kinder für die Sprache und deren Klang zu sensibilisieren.

Christine Le Pape Racine ist Sprachdidaktikerin und berät mehrere Kantone in Fragen zum Fremdsprachenunterricht.

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