Die SBB gehen als Sieger vom Platz

Mit den beiden Regioexpress-Linien, die der BLS zufallen, bedankt sich das Bundesamt für Verkehr bei der BLS fürs Mitmachen.

Die BLS verliert gegen die SBB(Archivbild).

Die BLS verliert gegen die SBB(Archivbild).

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Adrian Sulc@adriansulc

Aus der Traum für die BLS. Motiviert vom Bundesamt für Verkehr, hat das Berner Bahnunternehmen letztes Jahr grosse Pläne ausgeheckt: Den BLS-Verantwortlichen schwebten eigene Intercity-Züge bis Basel, Zürich, St. Gallen und Brig vor. Mit tiefen Betriebskosten und besonders gutem Kundendienst wollte die BLS den SBB einige Fernverkehrslinien abjagen.

Der Einstieg in den Fernverkehr war genau das Gegenteil dessen, was die BLS und die SBB einst vereinbart hatten: Die BLS beschränkt sich auf den Regionalverkehr und darf dafür die Berner S-Bahn betreiben. Doch kein Entscheid ist für die Ewigkeit, und so war es das gute Recht der BLS, sich kühne Ziele zu stecken und für Wettbewerb zu sorgen.

Trotzdem unterliegt die BLS nun, während die Strategie der SBB fast vollständig aufgegangen ist: Die Bundesbahnen warnten vor jeglicher Beteiligung anderer Bahnen am Fernverkehr. Gleichzeitig setzten sie die BLS unter Druck, unter dem Dach der SBB-Konzession zu kooperieren.

Anders als die Südostbahn wollte die BLS nicht Juniorpartnerin sein - und hat nun den Kürzeren gezogen. Mit den beiden Regioexpress-Linien, die der BLS zufallen, bedankt sich das Bundesamt für Verkehr bei der BLS zwar fürs Mitmachen. Denn für das Bundesamt war die BLS auch ein Mittel zum Zweck, um den allmächtigen SBB zu zeigen, wer beim Fernverkehr das Sagen hat.

Doch die SBB haben einen grossen Vorteil: Sie betreiben den Schweizer Fernverkehr seit 2004 alleine, und sie haben das eng getaktete Netz optimiert. Bei aller Kritik an den SBB muss man anerkennen: Das System ist aus einem Guss, und es funktioniert.

Das werden sich auch die Verantwortlichen beim Bundesamt für Verkehr gesagt haben: Sie schreckten nun davor zurück, das Intercity-Netz aufzuteilen. Zu gross das Risiko, zu klein die erwarteten Vorteile.

Der Traum eines grün-grauen BLS-Intercitys, der ist wohl definitiv ausgeträumt. Die SBB gehen als Sieger vom Platz.

Der Bund

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