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Der umstrittene Businessplan der Prostituierten

Kantone sollen von selbstständigen Sexarbeiterinnen detaillierte Angaben über Dienstleistungen und Preise verlangen. Das will das BFM. Ein Beispiel aus Bern zeigt, wie das geht.

Eine Prostituierte auf dem Zürcher Strassenstrich verhandelt mit einem Freier.
Eine Prostituierte auf dem Zürcher Strassenstrich verhandelt mit einem Freier.
Keystone

Selbstständigerwerbende aus der EU dürfen gemäss der Personenfreizügigkeit pro Kalenderjahr 90 Tage in der Schweiz arbeiten. Das gilt eigentlich auch für Prostituierte. Das Bundesamt für Migration (BFM) möchte aber die Sexarbeiterinnen stärker kontrollieren, um Scheinselbstständige zu entlarven, wie es in seinem Bericht zur Rotlichtproblematik von 2012 schreibt. Auch Opfer von Menschenhandel könnten so besser ausfindig gemacht werden. Das BFM empfiehlt den Kantonen deshalb seit rund einem Jahr, von den Frauen unter anderem einen Businessplan über ihr Geschäft zu verlangen. Wie das geht, zeigt das Beispiel der Stadt Bern: Selbstständige Prostituierte aus der EU müssen in Bern seit September 2009 zu einem persönlichen Gespräch mit den Behörden erscheinen, Angaben zu ihrer Wohnsituation und Krankenversicherung machen und einen Businessplan vorlegen. «Ich werde Oralsex, Vaginalsex und erotische Massagen anbieten. Die Preise bewegen sich zwischen 50 und 300 Franken, je nach Dienstleistung», heisst es im Businessplan von D. P. aus Spanien, der dem «Bund» vorliegt. Die Frau muss auch angeben, auf welchen Portalen sie ihre Dienste bewirbt, und ihr Einkommen beziffern. D. P. rechnet mit einem Umsatz von 5500 Franken pro Monat.

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