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Und den Rechten fällt nur etwas ein: Parasiten

Eine Neu-Nationalrätin der Grünen verschickt versehentlich ein Mail an die gesamte Bundesversammlung – und die politischen Gegner vergeben die Vorlage schändlich.

Wer sich einmal verklickt, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Manuela Weichelt-Picard ist angesichts der müden Gegnerschaft aber noch einmal glimpflich davongekommen. Foto: Keystone
Wer sich einmal verklickt, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Manuela Weichelt-Picard ist angesichts der müden Gegnerschaft aber noch einmal glimpflich davongekommen. Foto: Keystone

Sie ist die erste Zuger Nationalrätin (nachzulesen in ihrer Mail-Signatur). Sie bezeichnet sich als «speditiv», «pünktlich» und als «Organisationstalent» (das liest man unter den Buchstaben S, P und O in ihrem A–Z über sich selbst) und sie hat eben eine Mail an 245 Kolleginnen und Kollegen im Parlament verschickt.

War natürlich ein Versehen. «Antworten an alle», schnell gedrückt, Teufel Technik (dass sie danach versuchte, das Mail «zurückzurufen»: macht es nicht besser). Im Mail waren Fragen zu ihrer Spesenabrechnung vom Dezember 2019, ihrer ersten Abrechnung als neue Nationalrätin. Eine dieser Rechnungen datierte vom letzten Tag ihres Einführungsseminars als neue Parlamentarierin, wie zuerst Nau.ch (noch ohne Namensnennung) und später der «Blick» punktgenau rapportierten. «Peinlich rasche Spesenabrechnung», titelte die Zeitung.

Ausgerechnet einer Nationalrätin, die im Ruf steht, alles etwas gar genau zu nehmen, etwas sehr korrekt und ernst zu sein, passiert so ein Lapsus.

Als der Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid das Schreiben erhielt, veröffentlichte er den Brief im Internet, samt Anschrift, Telefonnummer und Mail-Adresse der Grünen Nationalrätin Manuela Weichelt-Picard aus dem Kanton Zug. Im Sinne der «Transparenz» schrieb Schmid, denn etwas Unrechtes hat Weichelt ja nicht getan. «Gier hat einen Namen», antwortete einer im Internet. Ein anderer schrieb: «Sie kriegen den Hals nicht voll.» Hashtag: Parasiten.

Da passiert einer frischgewählten Nationalrätin also ein durchaus peinlicher Lapsus. Ausgerechnet einer Nationalrätin, die im Ruf steht, alles etwas gar genau zu nehmen, etwas sehr korrekt und ernst zu sein. Eine klassische Streberin!

Was könnte man da nur für Witze machen! Was für elegante Seitenhiebe und vielleicht sogar die eine oder andere etwas bösere Spitze.

Doch alles, was den Rechten dazu einfällt ist: Parasiten.

Ha Ha.

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