Aufpassen bei Grippesymptomen ausserhalb der Grippesaison

Die neue HIV-Kampagne des Bundes setzt auf die Früherkennung. Kein Wunder, treten doch kurz nach der Ansteckung Symptome auf.

Mehr Worte als Bilder: Die neue HIV-Kampagne des Bundes setzt auf den Text. (16. März 2015)

Mehr Worte als Bilder: Die neue HIV-Kampagne des Bundes setzt auf den Text. (16. März 2015)

(Bild: BAG)

Fieber, Abgeschlagenheit, Hautausschlag: Wer ausserhalb der Grippesaison diese Symptome eines viralen Infekts zeigt und in den Wochen davor ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, sollte sich unverzüglich zum Arzt begeben. Die neue HIV-Kampagne des Bundes zielt auf die Früherkennung der Krankheit.

«Bei den meisten Menschen treten kurz nach der Ansteckung mit HIV Krankheitssymptome auf, die ähnlich sind wie die einer Grippe», teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit. Diese gelte es ernst zu nehmen.

Die neue «Love-Life»-Kampagne fokussiert auf frisch Infizierte, weil der HI-Virus gerade in den ersten Wochen sehr ansteckend ist:

Zudem könne eine Soforttherapie unter Umständen dazu beitragen, dass das Virus weniger Schaden am Immunsystem anrichtet.

Das BAG lanciert die neue Kampagne zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz und der Sexuellen Gesellschaft Schweiz. Mit Radiospots und Anzeigen wird appelliert, bei Grippesymptomen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr einen Arzt aufzusuchen.

Breite Kritik an letzter Kampagne

Der letztjährigen «Love-Life»-Kampagne hatte es an öffentlicher Aufmerksamkeit nicht gefehlt: Der Film dazu wurde über eine Million Mal angeschaut, die Website verzeichnete Hunderttausende Besucher. Das «Love-Life»-Manifest wurde über 178'000-mal unterzeichnet:

«Je ne regrette rien»: Der Werbespot der letzten Kampagne wurde kontrovers diskutiert. Video: Youtube/Love-Life (5 August 2014)

Es sei gelungen, HIV und Safer Sex als wichtiges Thema in der öffentlichen Diskussion zu halten, hatte der Bundesrat in einem Bericht vom Herbst 2014 geschrieben. Doch die Kampagne löste auch breite Kritik aus.

Die Stiftung Zukunft CH störte sich am «hochsexualisierten» Inhalt der Plakate. Auch Parlamentarier monierten, dass diese keinen guten Einfluss auf die sexuelle Entwicklung hätten:

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Mit der Kampagne befasste sich nach verschiedenen Klagen sogar das Bundesverwaltungsgericht. Dieses stoppte die «Love-Life»-Kampagne vorerst nicht. Es erscheine fraglich, ob die Kampagne eine Gefährdung für Kinder und Jugendliche darstelle, argumentierten die Richter. Der Entscheid ist eine Zwischenverfügung, das definitive Urteil folgt.

pst/sda

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