Auch der Auftritt von Erdogan-Vertrautem in Zürich ist geplatzt

Nachdem die Veranstaltung mit dem türkischen Aussenministers im Hotel Hilton abgesagt wurde, stoppt die Stadt nun einem weiteren Anlass.

Auftritt in Zürich: Hursit Yildirim soll für die Verfassungsreform werben (Bild: Facebook/UETD Schweiz).

Auftritt in Zürich: Hursit Yildirim soll für die Verfassungsreform werben (Bild: Facebook/UETD Schweiz).

Der türkische Aussenminister hätte am Sonntag im Hotel Hilton in Opfikon zu AKP-Anhängern sprechen sollen. Sein Ziel: Für die Verfassungsreform zu werben, die Präsident Erdogan umfassende Macht garantieren würde. Doch den Hotelverantwortlichen war der Auftritt von Mevüt Cavusoglu zu gefährlich. Aus Sicherheitsgründen haben sie die Veranstaltung heute morgen abgesagt, wie SRF berichtete. Auch der Zürcher Regierungsrat wehrte sich gegen den Auftritt Cavusoglus – und intervenierte bereits am Mittwoch beim Bundesrat.

Nun hätte dennoch eine Veranstaltung zur Verfassungsreform in Zürich stattfinden sollen, wie das «St. Galler Tablatt» und die «Nordwestschweiz» berichteten. Die Schweizer Zweigniederlassung der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) hat für morgen 19.30 Uhr Hursit Yildirim eingeladen. Yildirim ist Vizepräsident der Istanbuler Sektion der Regierungspartei AKP. Auf seiner Facebookseite hat er ein Foto veröffentlicht, auf dem er Präsident Erdogan die Hand schüttelt.

Als Veranstaltungsort wird eine Adresse an der Fronwaldstrasse in Zürich-Affoltern angegeben. Auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet hat die Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich weitere Abklärungen getroffen. Dabei hat sich ergeben, dass in einer städtischen Liegenschaft an der Fronwaldstrasse ein Gemeinschaftsraum gemietet wurde – angeblich für eine Familienfeier. Auf Nachfrage der Stadt stellte sich heraus, dass die Feier vom UETD organisiert und Hursit Yildirim eingeladen wurde. Daraufhin hat die Stadt die Bewilligung für den Anlass entzogen. In solchen Gemeinschaftsräumen seien keine politischen oder religiösen Veranstaltungen erwünscht, sagt ein Sprecher. Die Stadtpolizei Zürich sei darüber informiert worden.

hvw

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt