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Schürrle, Özil, Djabou – die späten Tore im Video

Drama, Spannung und herrliche Tore: Das Achtelfinale Deutschland gegen Algerien hatte es in sich.

Von Beginn weg viel Mühe mit dem Aussenseiter aus Nordafrika: Deutschlands Torwart Manuel Neuer muss gegen den pfeilschnellen Islam Slimani retten. Und der Bayern-Torwart muss noch mehrmals auf dem offenen Feld retten – der Goalie als Libero.
Von Beginn weg viel Mühe mit dem Aussenseiter aus Nordafrika: Deutschlands Torwart Manuel Neuer muss gegen den pfeilschnellen Islam Slimani retten. Und der Bayern-Torwart muss noch mehrmals auf dem offenen Feld retten – der Goalie als Libero.
Reuters
Slimani trifft mit dem Kopf in der 17. Minute, aber sofort hebt der Assistent die Fahne: Offside. Dennoch: Glück für den Favoriten.
Slimani trifft mit dem Kopf in der 17. Minute, aber sofort hebt der Assistent die Fahne: Offside. Dennoch: Glück für den Favoriten.
Keystone
...die Wüstenfüchse nach dem Drama enttäuscht. Aber Algeriens Fussballer dürfen mit grossem Stolz nach Hause reisen. Sie haben dem Favoriten alles abgefordert.
...die Wüstenfüchse nach dem Drama enttäuscht. Aber Algeriens Fussballer dürfen mit grossem Stolz nach Hause reisen. Sie haben dem Favoriten alles abgefordert.
Reuters
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Deutschland zittert sich ins Viertelfinale Knapp 92 Minuten dauerte es, bis André Schürrle den algerischen Abwehrriegel erstmals knacken und den überragenden afrikanischen Torhüter Rais Mbolhi überwinden konnte. Der Flügel des FC Chelsea lenkte einen Querpass von Thomas Müller mit dem Absatz ins Tor zum 1:0 für den haushohen Favoriten, dem bei garstigen Bedingungen und bei nur 15 Grad in Porto Alegre vom krassen Aussenseiter alles abverlangt wurde.

Mesut Özil entschied mit dem 2:0 kurz vor Schluss die Partie endgültig.

Der Anschlusstreffer von Abdelmoumene Djabou in der Nachspielzeit kam zu spät.

Die neben Brasilien vor der WM als Topfavoriten gehandelten Deutschen hatten sich 120 Minuten lang gegen den unbequemen Aussenseiter enorm schwer getan. Nachdem sie in der ersten halben Stunde unsicher und uninspiriert aufgetreten waren, begannen sie erst kurz vor der Pause die Spielkontrolle langsam an sich zu reissen. Die erste gute Torchance vergab Mario Götze, als er nach einem Weitschuss von Toni Kroos mit dem Abpraller an Mbolhi scheiterte.

Auch nach der Pause der regulären Spielzeit wehrte sich der Aussenseiter mit aller Macht gegen einen Verlusttreffer, allen voran Mbolhi. Der 28-jährige Torhüter von CSKA Sofia parierte den Abschlussversuch Schürrles (48.), den Kopfball von Shkodran Mustafi (49.), den Schuss von Philipp Lahm (55.) und den Kopfball von Müller (80.) mirakulös. Die Fennecs (Wüstenfüchse) verdienten sich in ihrem ersten WM-Achtelfinal mit ihrem Kampfgeist und bedingungslosen Einsatz allen Respekt.

Vor allem Islam Slimani deckte die Schwächen in der deutschen Defensive auf und stellte die Innenverteidiger Per Mertesacker und Jerôme Boateng, der den kranken Mats Hummels im Zentrum ersetzte, mit seiner Schnelligkeit immer wieder vor Probleme. Viermal musste Manuel Neuer ausserhalb des Strafraums in höchster Not retten.

Sofiane Feghouli und Slimani hatten Mitte der zweiten Halbzeit innerhalb von 60 Sekunden jeweils die Chance zum Führungstreffer und zur möglichen Sensation. Löw musste neben dem erkrankten Hummels auch auf den verletzten Lukas Podolski verzichten. Im defensiven Mittelfeld setzte er erneut auf Bastian Schweinsteiger, der bereits im letzten Gruppenspiel gegen die USA Khedira verdrängt hatte.

Der Sieg nach Verlängerung war Deutschlands erster Erfolg überhaupt in einem Länderspiel gegen die Nordafrikaner. Neben der Pleite an der WM 1982 in Gijon hatten die Deutschen auch 1964 das bisher einzige Testspiel gegen Algerien in Algier verloren. Seit der Einführung der K.o.-Phase 1986 in Mexiko überstand Deutschland immer die Achtelfinals. Im Viertelfinal kommt es nun am Freitag im Maracanã in Rio de Janeiro zum prestigeträchtigen rein europäischen Duell gegen Frankreich. Dreimal standen sich die beiden ehemaligen Weltmeister an einer WM-Endrunde bisher gegenüber, 1958 setzte sich Frankreich im Spiel um Platz 3 durch, 1982 und 1986 jeweils im Halbfinal siegte Deutschland. Für Algerien wiederholte sich trotz einer leidenschaftlichen und grandiosen Leistung die Geschichte nicht. Vor 32 Jahren hatten die Algerier an ihrer ersten WM-Teilnahme den damaligen Europameister in Gijon sensationell 2:1 besiegt. Später schieden die Nordafrikaner trotz zwei Siegen nach der Vorrunde aus, weil sich Deutschland und Österreich in der «Schande von Gijon» auf ein 1:0 einigten und damit auf Kosten Algeriens den Einzug in die Zwischenrunde schafften.

(si)

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