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Mehrmals ausgezeichnetSchriftsteller Per Olov Enquist gestorben

Nach längerer Krankheit verstarb der Schwede im Alter von 85 Jahren. Politiker und der Kulturchef würdigen auf Social Media seine Werke.

Schrieb unter anderem über den Alkoholismus und räumte zahlreiche Preise ab: Per Olov Enquist ist 85-jährig verstorben. Foto: Ulf Andersen/Getty Images
Schrieb unter anderem über den Alkoholismus und räumte zahlreiche Preise ab: Per Olov Enquist ist 85-jährig verstorben. Foto: Ulf Andersen/Getty Images

Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist (»Der Besuch des Leibarztes») ist Medienberichten zufolge im Alter von 85 Jahren gestorben. Das bestätigte die Familie des Literaten den schwedischen Zeitungen «Dagens Nyheter» und «Aftonbladet» sowie dem dänischen Blatt «Politiken». Enquist schlief demnach am späten Samstagabend nach längerer Krankheit friedlich ein.

«P.O. Enquist ist tot. Danke für fantastische Leseerlebnisse, kluge Gedanken und inspirierende Debattenbeiträge», schrieb die schwedische Aussenministerin Ann Linde am Sonntagmorgen auf Twitter.

Der Kulturchef von «Dagens Nyheter», Björn Wiman, würdigte ihn mit den Worten, Enquist habe ein «Modell des gesellschaftsengagierten Dichters» gesetzt, das Generationen von jüngeren Schriftstellern beeinflusst habe. «P.O Enquists Bedeutung für das schwedische Kulturleben seit den 1960er Jahren kann nicht überbewertet werden.»

«Ein anderes Leben»

Der am 23. September 1934 im nordschwedischen Dorf Hjoggböle geborene Enquist zählte mit Werken wie «Ein anderes Leben», «Das Buch von Blanche und Marie» und «Strindberg. Ein Leben» zu den bekanntesten Schriftstellern Schwedens. Häufig nahm er sich historische Ereignisse und Persönlichkeiten zum Ausgangspunkt seiner Arbeiten, wofür er mehrmals ausgezeichnet wurde.

Besonders der «Besuch des Leibarztes» über den am dänischen Hof angestellten deutschen Arzt und Aufklärer Johann Friedrich Struensee wurde zum schwedischen Standardwerk und zu einem internationalen Bestseller. Dafür erhielt Enquist unter anderem den Deutschen Bücherpreis für Internationale Belletristik sowie den renommierten August-Preis, die wichtigste literarische Auszeichnung seines Heimatlandes. Den August-Preis bekam er später nochmals für seine 2009 auch auf Deutsch erschienene Autobiografie «Ein anderes Leben», in der er unter anderem seinen Kampf gegen den Alkoholismus schilderte.

Enquist hatte in seinen späten Jahren mit einer schwächelnden Gesundheit zu kämpfen. Er hatte einen Herzfehler und erlitt 2016 einen Schlaganfall, wie er zwei Jahre später in einem Interview mit dem schwedischen Radio erzählte. Er hinterlässt seine Frau Gunilla Thorgren, zwei Kinder sowie drei Stiefkinder.

(SDA)