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New York auf Zürcher BühneSchön, jung, reich – und angewidert

Hausregisseurin Yana Ross hebt den Roman «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» auf die Pfauenbühne: zum Hingucken!

Alicia Aumüller als Icherzählerin in einer der vielen Kunstwelten in der Uraufführung von «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» am Pfauen: Die Discokugel wird zur Psychopille.
Alicia Aumüller als Icherzählerin in einer der vielen Kunstwelten in der Uraufführung von «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» am Pfauen: Die Discokugel wird zur Psychopille.
Fotos: Zoé Aubrey

Es ist die Nacht des letzten Duells zwischen den Rivalen Donald Trump und Joe Biden, in der am Zürcher Pfauen die USA der Jahrtausendwende noch einmal aufersteht – mit der Bühnenadaption von Ottessa Moshfeghs Roman «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung», in der Inszenierung der amerikanisch-lettischen Regisseurin Yana Ross. Amerika 2020 glüht; Amerika 2000 vereist.

Der amerikanische Ausstatter Zane Pihlstrom lässt Eisblumen an den Wänden wachsen, und der Industrial Chic der Loft aus Beton und Metall, natürlich mit Monsterkühlschrank, ist vor allem eins: kalt. Auch Pihlstroms Kostüme haben nichts Kuschliges. Hier Glitzer, da Fatsuits, dort Kunststoffkleider mit «Vogue»-Cover-Print; ausserdem Killer-Heels, die nicht zur Fortbewegung gedacht sind. Die Warenwelt der ausgehenden 90er ist ein einziges grosses, funktionsloses Trompe-l’Œil.

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