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Bern bleibt LetzterSchlimmer geht immer

Dem dezimierten SC Bern misslingt der Auftakt ins neue Jahr. Er unterliegt Lausanne 1:7 und bleibt gegen die Waadtländer in dieser Saison ohne Sieg.

Ungleiches Duell: Berns Junior Santiago Näf ist vor Lausannes Kanadier Cory Conacher am Puck.
Ungleiches Duell: Berns Junior Santiago Näf ist vor Lausannes Kanadier Cory Conacher am Puck.
Foto: Pascal Müller (Freshfocus)

So richtig glaubte man es ja erst, als um 19.45 Uhr von Ambri bis Lausanne die Pucks eingeworfen wurden. An diesem Samstag wurde in der National League tatsächlich eine Vollrunde gespielt. Keine Verschiebung, keine Quarantäne, sechs Partien am selben Tag – das hatte es letztmals am 10. Oktober 2020 gegeben.

Was es seit Einführung des Playoff noch gar nie gegeben hat: einen Jahreswechsel mit Bern am Tabellenende. Und es ist vorstellbar, dass der SCB – im Übrigen noch immer amtierender Meister – diese Bürde so schnell nicht abstreifen wird. In Lausanne blieb die Equipe von Mario Kogler ohne Siegchance und verlor 1:7.

Zumindest an guten Vorsätzen hatte es den Bernern vor dem Auftritt nicht gemangelt. Verteidiger Ramon Untersander sprach am Mittwoch nach der Derbypleite bei den Tigers vom «mit Abstand himmeltraurigsten Jahr meiner Karriere». Er sagte, jeder Spieler solle in den Spiegel schauen, die eigene Leistung reflektieren und den Jahreswechsel als Neustart betrachten. Angreifer Vincent Praplan ergänzte: «Das reicht einfach nicht. Wir müssen mit einer anderen Einstellung ins neue Jahr gehen.»

Untersander und Praplan sind Nationalspieler, WM- und Olympia-erprobt. Es schadet nicht, wieder einmal in Erinnerung zu rufen, dass im Berner Ensemble schon auch noch Akteure mit Routine und Substanz existieren. Nur: Fast alle mutmasslichen Führungskräfte sind völlig ausser Form. In Lausanne fehlten zudem acht Spieler, die vor Weihnachten an Corona erkrankt waren. Weshalb in der Vaudoise-Arena die Youngsters Finn Fuchs, Mika Burkhalter, Kyen Sopa und Santiago Näf zu Eiszeit kamen.

Bern unterbot selbst die tiefsten Erwartungen

Das alles versprach aus Optik des SCB nicht viel. Aber dem Team gelang das Kunststück, selbst die tiefsten Erwartungen noch zu unterbieten. In der 3. Minute erwischte Lausannes Lukas Frick den Berner Torhüter Tomi Karhunen auf der Fanghandseite. 14 Sekunden später touchierte Simon Sterchi den Schuss von Fabian Heldner – 2:0. Immerhin vermochte Ted Brithén aus dem Slot zu verkürzen. Danach stiess Verteidiger Calle Andersson vor und schoss in den Block. Dennoch empfand der zweite Abwehrspieler Miro Zryd den Moment als ideal, sich auswechseln zu lassen. Cody Almond und Etienne Froidevaux zogen los, Letzterer reüssierte. Spätestens nach dem 4:1 durch Ronalds Kenins zu Spielmitte war die Partie entschieden. In der Folge erhielten die Lausanner freies Geleit.

Reaktion? Widerstand? Bei diesem inferioren SCB Fehlanzeige. Zuzug Jesper Olofsson war noch einer der Auffälligeren. Er sammelte einen Assist, traf die Latte. Allein: Instant-Hilfe darf vom Schweden nicht erwartet werden. Er hat in dieser Saison gerade einmal einen Ernstkampf bestritten – am Mittwoch in Langnau. Damals meinte übrigens Interimstrainer Kogler nach der Niederlage: «Schlimmer kann es nicht mehr werden.»

Wenn er sich da mal nicht getäuscht hat.

3 Kommentare
    Paul Gutknecht

    Der SCB im Jammertal. Kaum zu glauben, wo der Branchenriese mit seinen grossen Salären gelandet ist. Und jetzt als Rettungshalm 10 Ausländer aufs Eis und vom Ambri-Trainer träumen. Zum Glück gibt es andere Vereine, die die vom SCB ausgebildeten Jungen gerne spielen lassen.