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Leben geht durch den Magen

World Vision hat in Bangladesh ein umfassendes Nahrungs- und Impfprogramm ins Leben gerufen und so mitgeholfen, die Kindersterblichkeit um 57 Prozent zu senken.

Bangladesh erlangte 1971 seine Unabhängigkeit von Pakistan, World Vision ist seit 1972 mit zahlreichen Projekten im Land präsent. Mit einer Fläche von 147 570 km² ist das Land am Golf von Bengalen fast viermal so gross wie die Schweiz. Mit 144 Millionen Einwohnern, was einer Bevölkerungsdichte von mehr als 1000 Menschen pro Quadratkilometer bedeutet, ist Bangladesh der am dichtesten besiedelte Staat der Erde. Mit rund 50 Prozent hat Bangladesh eine der höchsten Raten an mangelernährten Kindern.

Eine Ursache der Mangelernährung sind die in den letzten Jahren gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel. Viele Menschen reduzieren deshalb die Anzahl Mahlzeiten pro Tag oder ernähren sich einseitigvon den billigsten Nahrungsmitteln, was sich vor allem auf die Gesundheit von Kindern auswirkt: Das Gehirn entwickelt sich weniger rasch, womit ein Kind in seiner physischen, geistigen und psychischen Entwicklung stark gehemmt ist.

Wichtige Aufklärungsarbeit

Im Rahmen der globalen Millenniumsentwicklungsziele, welche die UNO-Generalversammlung im Jahr 2000 beschlossen hat, soll die Kindersterblichkeit um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Das bedeutet weltweit von 10,6 auf 3,1 Millionen Kindstode pro Jahr. Bangladesh unternimmt grosse Anstrengungen, um Kindern unter fünf Jahren das Leben zu sichern:

• Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren konnte seit 1991 von 146 Todesfällen pro 1000 Geburten auf 54 pro 1000 im Jahr 2008 gesenkt werden. Das ist eine Senkung von 57 Prozent. • 75 747 Kinder wurden 2010 durch Ernährungsprogramme von World Vision unterstützt, weitere 20 087 konnten geimpft werden.

In der Projektarbeit richtet sich World Vision besonders an Schwangere, Mütter kleiner Kinder und Kinder unter zwei Jahren. In zwölfteiligen Kursen werden Mütter ermutigt, ihre Kinder während der ersten sechs Monate ausschliesslich zu stillen. Dies stärkt das Immunsystem ihrer Säuglinge. Sie erfahren, wie sie aus lokalen Lebensmitteln eine nahrhafte, ausgewogene Mahlzeit kochen können. Darüber hinaus erhalten mangelernährte Kinder Ergänzungsnahrung und wenn nötig medizinische Versorgung wie Impfungen.

„Wichtig ist uns die Hilfe zur Selbsthilfe."

Martin Suhr, LeiterInternationale Programme, World Vision Schweiz

3 Fragen an Martin Suhr, Leiter internationale Programme bei World Vision Schweiz:

Wie bekämpft World Vision Mangelernährung bei Kleinkindern?

World Vision betreibt Ernährungszentren, in denen Schwangere und Mütter lernen, wie sie sich und ihre Familien ausgewogen ernähren. Frauen, die in einem solchen Zentrum geschult wurden, ergänzen den traditionellen Curry aus Reis und Linsen mit Eiern und Gemüse.Mütter lernen auch, wie wichtig das Stillen für die Entwicklung des Immunsystems ihres Kindes ist.

Besonders erfolgreich sind solche Schulungen, wenn Mütter aus der lokalen Bevölkerung eine Vorbildrolle übernehmen und aus eigener Erfahrung aufzeigen, wie sie für die gesunde Ernährung ihrer Kinder sorgen.

Wie arbeitet World Vision in Bangladesh?

Wir haben drei Regionale Entwicklungsprojekte in Narayanganj, Muktagatcha und Jalchatra. Als wir 1999 unser Projekt in Jalchatra gestartet haben, war jedes sechste Kind mangelernährt, 2007 noch jedes zehnte. World Vision erarbeitet gemeinsam mit der Bevölkerung Lösungen für die Probleme. Wichtig ist uns Hilfe zur Selbsthilfe, auch in der Gesundheitsthematik.

Wie sieht diese aus?

In den Ernährungszentren lernen die Frauen, ihre Familien ausgewogen zu ernähren.Dieses Wissen geben sie ihren Kindern weiter, auch wenn wir unser Projekt beendet haben werden. Bis es soweit ist, wird die Bevölkerung über verschiedene Gesundheits- und Umweltthemen via Fernsehen, mittels Schulungen, Broschüren und Aufklärungstafeln informiert. Wir schulen Dorfälteste und medizinisches Personal, zum Beispiel Hebammen. Der Bevölkerung wird durch die Eröffnung von Gesundheitsstationen und administrativer oder finanzieller Unterstützung der Zugang zum Gesundheitswesen ermöglicht.

Mehr Informationen:

www.worldvision.ch/erfolg Facebook:www.facebook.com/worldvisionschweiz

World Vision Schweiz ist ein christlich-humanitäres Hilfswerk. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Unterstützung von Kindern, Familien und ihrem Umfeld im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit. World Vision leistet langfristige Entwicklungszusammenarbeit, Not- und Katastrophenhilfe sowie entwicklungspolitische Bewusstseinsbildung. World Vision Schweiz wurde 1982 gegründet und hat gegenwärtig 100 Projekte in 30 Ländern.

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