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Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute

Auf die Gelbe Karte folgt oft die Rote – auf die Streifung oft der Schlaganfall

Ein Schlaganfall kündigt sich meist durch eine Streifung an, tritt aber auch ohne Vorwarnung auf. Allein im Jahr 2011 waren ungefähr 16'500 Personen in der Schweiz von einem Schlaganfall betroffen. Umso wichtiger ist es, schnell und richtig zu reagieren.

Was sind die Ursachen eines Schlaganfalls?

Prof. Dr. med. Isabel Wanke: Die häufigste Ursache für eine Durchblutungsstörung im Gehirn sind Herzrhythmus-Störungen. Dadurch können Gerinnsel entstehen, die ins Gehirn abgeschwemmt werden und dort ein Gefäss verstopfen. Ursache können aber auch Engstellen in hirnversorgenden Arterien sein. An solchen kann sich ein Gerinnsel bilden oder ein kompletter Arterienverschluss entstehen. Hauptursachen für einen Schlaganfall sind vor allem:

  • Herzrhythmus-Störungen
  • Arterienverengungen

Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall sind:

  • Hoher Blutdruck
  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Übergewicht
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes mellitus

Was sind die Symptome eines Schlaganfalls?

IW: Der Schlaganfall macht sich in der Regel plötzlich bemerkbar. Die Beschwerden sind davon abhängig, welcher Bereich des Gehirns von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten ist. Häufige, ganz plötzlich auftretende Symptome:

  • Lähmung von Gesicht, Arm und Bein einer Körperseite
  • Sprachstörungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • Verwirrtheit
  • Sehstörungen: beidseitiger Gesichtsfeldausfall oder einseitige Sehstörungen

Was ist zu tun bei einem Schlaganfall?

IW: Da ein Schlaganfall schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben kann, ist eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig. Werden Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar, sollte sofort in einem Notfallzentrum angerufen und vom Notfallarzt Beratung erfragt werden. Ein rascher Transport in eine entsprechend ausgerüstete Klinik erlaubt eine speditive fachärztliche Abklärung mit Bildgebung zur Diagnostik des verursachenden Problems.

Der Patient wird nach einem Schlaganfall in ein Spital gebracht. Welche Schritte werden nun eingeleitet?

Prof. Dr. med. Daniel A. Rüfenacht: Der sofortige Beginn einer Behandlung mit Medikamenten, welche die Bildung von weiteren Blutgerinnseln verhindern oder, falls rasch genug nach dem Ereignis erfolgend, die Auflösung bereits bestehender Gerinnsel fördert, ist entscheidend. Je nach Herkunft der Blutgerinnsel werden die sogenannten Blutplättchenhemmer, wie z.B. Aspirin, oder Antikoagulanzien, wie z.B. Marcoumar, eingesetzt. Falls rasche Hilfe möglich ist, d.h. Spitaleintritt innerhalb weniger als 3 Stunden, wird eine medikamentöse Thrombolyse oder mechanische Thrombusentfernung in Erwägung gezogen. Besteht ein Hauptgefässverschluss, muss rasch gehandelt und eine Rekanalisation (Wiedereröffnung) eingeleitet werden, was ein rasches Aufbieten eines multidisziplinären Schlaganfall-Notfallteams bedingt. Die Rekanalisationsbehandlung eines Hauptgefässes wird durch das interventionelle Team der Neuroradiologie an der Klinik Hirslanden innert weniger als einer Stunde nach Eintritt durchgeführt.

Was sind die Folgen eines Schlaganfalls?

DR: Die Folgen eines Schlaganfalls können mit neurologischen Ausfällen von sehr unterschiedlicher Ausprägung einhergehen. Sie können sehr gering sein, sodass der Patient selbständig weiterleben kann; es sind aber auch Ausfälle möglich, die bewirken, dass der Patient lebenslang auf Hilfe angewiesen bleibt.

Wie beugt man einem Schlaganfall vor?

DR: Die beste Prophylaxe des Schlaganfalls besteht in der Therapie der Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Herzrhythmus-Störungen und im Falle einer Arterien-Verengung einer entsprechenden Blutverdünnung. Die Behandlung von möglicherweise vorliegenden Herzrhythmus-Störungen steht im Vordergrund, entweder durch eine Korrektur der Rhythmus-Störungen oder mit einer adäquaten Blutverdünnung. Die Therapie von Arterien-Einengungen kann bei entsprechender Indikation invasiv, das heisst zum Beispiel durch eine Aufweitung mittels eines Mikroballons, vorgenommen werden.

Was versteht man unter dem Begriff interventionelle Neuroradiologie?

DR: Wenn die verschlossene Arterie und das von ihr versorgte Territorium klein ist, wird ein Hirnschlag durch ein intravenös verabreichtes Medikament durch den Neurologen behandelt; ein interventionell tätiger Neuroradiologe kommt dann zum Einsatz, wenn eine grosse hirnversorgende Arterie mit mehr als 2 mm Durchmesser verschlossen ist, die mechanisch über den arteriellen Weg eröffnet werden muss. Diesen Teil der Hirnschlag-Behandlung übernimmt der Neuroradiologe, indem er einen sehr kleinen Katheter bis zum Ort des Arterien-Verschlusses vorschiebt und das Blutgerinnsel mit technischen Instrumenten herausholt.

Sendung zum Thema Streifung

Sendung zum Thema Schlaganfall

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