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Schliessung von Lauda drohtRyanair will bis zu 3000 Stellen streichen

Wegen der Corona-Krise sollen Jobs bei den Piloten und dem Kabinenpersonal abgebaut werden.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair kündigte den Abbau von mehreren tausend Stellen an.
Die irische Fluggesellschaft Ryanair kündigte den Abbau von mehreren tausend Stellen an.
Foto: Andreas Arnold/Keystone

Die irische Billigfluglinie Ryanair plant wegen der Corona-Krise den Abbau von bis zu 3000 Stellen bei den Piloten und dem Kabinenpersonal. Zudem sollen die meisten Flüge bis Ende Juni gestrichen werden.

Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, rechnet die Airline damit, dass sich die Kundenachfrage erst im Sommer 2022 erholen wird.

Insgesamt beschäftigt die Fluggesellschaft weltweit 18’000 Mitarbeiter. Der Stellenabbau werde voraussichtlich in den «nächsten drei bis vier Monaten» erfolgen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary dem Sender Bloomberg TV. O'Leary selbst will bis März 2021 auf 50 Prozent seines Gehalts verzichten.

«Die Lage ist düster»

Wegen der Corona-Krise könnten nach Unternehmensangaben auch unbezahlter Urlaub, Lohnkürzungen von bis zu 20 Prozent sowie die Schliessung einiger Standorte in Europa notwendig werden.

Ryanair werde dieses Jahr voraussichtlich weniger als 100 Millionen Passagiere statt wie geplant 154 Millionen Passagiere befördern, sagte O'Leary. «Die Lage ist düster.» Er erwarte, dass die Regierungen Europas ab Juli wieder einen normalen Flugbetrieb zulassen.

Die Coronavirus-Pandemie trifft die Luftfahrtbranche schwer, der Flugverkehr ist weltweit massiv zurückgegangen. Auch die Fluggesellschaft British Airways hat den Abbau von bis zu 12.000 Stellen wegen der Corona-Krise angekündigt.

Schliessung von österreichischer Tochter Lauda

Ryanair droht mit der Schliessung der österreichischen Tochter Lauda in Wien. Lauda-Jets würden mit Ryanair-Flugzeugen ersetzt, sollte die Belegschaft nicht zu Lohnkürzungen und neuen Arbeitsverträgen bereit sein, sagte der Chef der irischen Billigfluglinie, Michael O'Leary, im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Die Gespräche zwischen Lauda und der Gewerkschaft seien schwierig. «Wir haben eine Frist bis zum 20. Mai gesetzt», sagte O'Leary. Sollten sich die Angestellten weigern, würde die Lauda-Basis in Wien geschlossen. «Wenn wir Lauda schliessen, kommt sie als Ryanair zurück: grösser und angriffslustiger als Lauda jemals war.»

Ryanair ist bei der vom früheren Rennfahrer Niki Lauda gegründeten Fluggesellschaft 2018 eingestiegen und übernahm sie im Januar 2019 ganz.

red / sda