Ryanair will Alitalia kaufen

Die irische Fluggesellschaft hat der defizitären Konkurrentin nach eigenen Angaben ein Angebot gemacht.

Der Alitalia-Schriftzug im Flughafen von Mailand.

Der Alitalia-Schriftzug im Flughafen von Mailand.

(Bild: Keystone)

Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat Interesse an einer Übernahme der hochverschuldeten italienischen Airline Alitalia. Ryanair habe ein unverbindliches Angebot unterbreitet, teilte das Unternehmen am Montag in London mit und bestätigte damit italienische Presseberichte. Demnach sollen insgesamt fast 20 Airlines Interesse an der maroden Alitalia angemeldet haben.

Ryanair nannte am Montag keine Summe. Zur Begründung für das unverbindliche Angebot erklärte die Fluggesellschaft, es sei es wichtig, dass Ryanair in den Prozess um den Kauf des Unternehmens involviert sei.

Angebote bis Oktober

Die italienische Alitalia schreibt seit Jahren Verluste und ist zum Kauf ausgeschrieben. Sie war im Mai unter kommissarische Aufsicht gestellt worden, nachdem ein Sanierungsplan für die verschuldete Fluggesellschaft gescheitert war, der Lohnkürzungen und Stellenstreichungen vorsah. Eine Verstaatlichung des Unternehmens schloss die italienische Regierung bereits aus, sie favorisiert eine Komplettübernahme und hält mit einem Überbrückungskredit den Flugverkehr für insgesamt sechs Monate aufrecht.

Bis Freitag hätten sich knapp 20 Konkurrenten gemeldet, die Alitalia eventuell übernehmen wollten, berichteten italienische Medien – darunter der britische Billigflieger Easyjet, British Airways und Delta Airlines aus den USA. Verbindliche Angebote müssen bis Oktober vorliegen.

Gutes Quartal

Ryanair steht derzeit gut da: Sein zweites Quartal von April bis Ende Juni schloss der Billigflieger mit einem Nettogewinn von 397 Millionen Euro ab, wie Unternehmenschef Michael O'Leary mitteilte. Das waren 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – was aber zum grossen Teil daran lag, dass Ostern dieses Jahr im April lag und im vergangenen Jahr im März, wie O'Leary selbst sagte.

Ryanair sei weiterhin «unsicher», wie sich das zweite Halbjahr entwickeln werde, betonte der Unternehmenschef und verwies auf die Brexit-Verhandlungen zwischen EU und Grossbritannien, wo Ryanair ein Viertel seines Umsatzes macht. Deutlich vor dem im März 2019 geplanten Austritt Grossbritanniens aus der EU müsse es eine Übereinkunft für den Luftverkehr geben. «Wir möchten Klarheit bis zum zweiten Quartal 2018.»

woz/AFP

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