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Alle neuen Stadträtinnen und StadträteFrauenanteil im Stadtparlament: fast 70 Prozent

Das Rot-Grün-Mitte-Bündnis verfügt auch im Stadtparlament über eine Mehrheit. SVP und FDP verlieren, die Grünliberalen legen deutlich zu. Die Frauen triumphieren.

Die Berner Stadtratswahl war vor allem auch eine Frauenwahl. Von den 80 Mitgliedern des Stadtparlaments sind neu 55 Frauen und 25 Männer. Insgesamt stieg der Frauenanteil damit von zuletzt 54 Prozent auf 68,8 Prozent.

In der FDP-Fraktion etwa bleibt Tom Berger nach der Abwahl von Thomas Hofstetter und Oliver Berger der einzige Mann neben sechs Frauen. Beim Grünen Bündnis sind wie bereits in der letzten Legislatur alle zehn Gewählten Frauen. Für die SP sitzen neu 5 Männern und 16 Frauen im Parlament.

Anders bei der SVP: Alle sieben Gewählten sind Männer. Bei der GLP sind von neun Sitzen fünf von Männern besetzt.

Grüne Welle hält an

Was die politischen Kräfteverhältnisse betrifft, kann das Rot-Grün-Mitte-Bündnis (RGM) seine Mehrheit im Stadtparlament verteidigen: Wie vor vier Jahren kommt es auf 43 Sitze im 80-köpfigen Stadtrat. Leicht verschoben haben sich aber die Gewichte innerhalb des Regierungsbündnisses.

Die SP verliert einen Sitz, bleibt aber mit Abstand die stärkste Kraft im Stadtparlament. Zusammen mit den Juso kommt sie auf 23 Sitze. Die grüne Welle bei den nationalen Wahlen hat sich bei den Stadtwahlen nur noch leicht fortgesetzt. Das Grüne Bündnis (GB) und die mit ihm in der Fraktion verbundene Junge Alternative (JA) gewinnen je einen Sitz und kommen zusammen nun auf eine 13-köpfige gemeinsame Fraktion.

Der dritte RGM-Partner, die Grüne Freie Liste (GFL) des Stadtpräsidenten Alec von Graffenried kommt dagegen nach einem Sitzverlust nur noch auf 7 Sitze. Nach wie vor spielt die GFL damit im RGM-Bündnis das Zünglein an der Waage. Wenn sie im Parlament aus der Regierungsmehrheit ausschert, kann sie Bürgerlichen und Mitteparteien zu einer Mehrheit verhelfen. Allerdings hat die GFL diese früher oft gespielte Rolle in den letzten vier Jahren seltener eingenommen, seitdem sie seit 2016 nicht nur wieder im Gemeinderat vertreten ist, sondern auch den Stadtpräsidenten stellt.

Die grüne Welle zeigt sich hingegen auch in der politischen Mitte, wo die Grünliberalen mit ihrer Jungpartei um 3 auf 11 Sitze zulegen. Die BDP hingegen setzt mit einem Sitzverlust auf nur noch 2 Stadtratssitze ihren Krebsgang fort. Nicht steigern konnte sich auch die CVP, die bei 2 Sitzen verharrt.

Die bittere Niederlage der bürgerlichen Parteien in den Gemeinderatswahlen zeigt sich auch im Stadtrat: Die FDP verliert einen Sitz und kommt zusammen mit dem Jungfreisinn noch auf 8 Mandate. Damit liegt sie noch knapp vor ihrer Partnerin SVP, die nach 2 Verlusten noch 7 Sitze hat.

Neben der bürgerlichen gibt es auch eine linke Opposition gegen das linke RGM-Regierungsbündnis. Hier legt die Alternative Linke um 1 auf 3 Sitze zu, PDA und Grün alternative Partei behalten je einen Sitz. Das Urgestein Luzius Theiler wird somit aus dem Rat ausscheiden.

11 Kommentare
    Eugen Huber

    Ein Frauenanteil von 70%? Ab wann kommt eine Männerquote? 90%?

    Wärs umgekehrt, der Aufschrei könnte nicht grösser sein..