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Mafia-ErmittlungenRoms «Einäugiger» aus der Haft entlassen

Auch nach fünf Jahren in Untersuchungshaft konnten die Behörden Massimo Carminati keine Verbindungen zur Mafia nachweisen. Nun ist die Frist abgelaufen und der frühere Rechtsterrorist wieder auf freiem Fuss.

Kein unbeschriebenes Blatt: Der ehemalige Rechtsterrorist Massimo Carminati. (Archivbild)
Kein unbeschriebenes Blatt: Der ehemalige Rechtsterrorist Massimo Carminati. (Archivbild)
Foto: (AP Photo/Medici/Keystone) 

Einer der berüchtigtsten Kriminellen Roms ist wieder frei. Der frühere Rechtsterrorist Massimo Carminati – genannt der «Einäugige» – wurde am Dienstag nach rund fünfeinhalb Jahren aus dem Gefängnis entlassen.

Grund sei das Ablaufen der Untersuchungshaftzeiten, berichteten italienische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Justizbehörden und die Anwälte Carminatis. Ihm wird vorgeworfen, der Kopf einer mafiösen Bande gewesen zu sein, die Politik und Geschäftswelt in Italiens Hauptstadt jahrelang unterwandert und korrumpiert hatte.

Carminati sass seit Dezember 2014 in Haft. Er war 2017 in einem spektakulären Korruptionsprozess gegen die sogenannte «Mafia Capitale» (Hauptstadtmafia) zu 20 Jahren verurteilt worden. Allerdings konnten ihm keine Mafia-Delikte nachgewiesen werden – was weit härtere Strafen nach sich gezogen hätte. Später wurde die Strafe reduziert und danach das Urteil aufgehoben. Ein neuer Prozess muss noch angesetzt werden.

Die «Mafia Capitale», die Ende 2014 aufflog, soll gegen Schmiergelder lukrative Aufträge für ihre Firmen an Land gezogen haben. Unter anderem der Betrieb von Flüchtlingsunterkünften und die Müllentsorgung gehörten zu ihrem Geschäftsfeld. Der Skandal erschütterte auch die Politik, im Zuge dessen wurde Virginia Raggi 2016 zur Bürgermeisterin gewählt. Die Politikerin der Fünf-Sterne-Bewegung bleibt aber ihr Versprechen, die Stadt von Grund auf aufzuräumen, auch nach Jahren an der Macht schuldig.

SDA