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Fliegen trotz Ramadan

Diese Woche begann der muslimische Fastenmonat. Airlines helfen Gläubigen, sich auch im Flugzeug an die Regeln zu halten.

Auf genaue Zeitangaben angewiesen: Gläubige Muslime dürfen während des Fastenmonats nur nachts essen. (iStock)
Auf genaue Zeitangaben angewiesen: Gläubige Muslime dürfen während des Fastenmonats nur nachts essen. (iStock)

Es ist einer der grossen Reize des Fliegens: Im Flugzeug befindet man sich in einer Art zeitlosem Raum, abgeschnitten von der Aussenwelt. Vor allem auf Langstreckenflügen verliert man schnell das Gefühl dafür, wann es Tag und wann Nacht ist. Zum Problem wird das, wenn man auf genaue Zeitangaben angewiesen ist – sei es bei der Einnahme bestimmter Medikamente oder eben auch bei Glaubensritualen.

Eines davon ist der muslimische Fastenmonat Ramadan, der in diesem Jahr am 6. Juni begonnen hat. Den Tag über fasten gläubige Muslime in dieser Zeit, weder Essen noch Trinken ist erlaubt. Abends kommt es dann zum Fastenabschluss. Fluggesellschaften aus muslimischen Ländern wie etwa Emirates, Etihad oder Qatar Airways bieten ihren Passagieren deshalb Durchsagen mit den Zeiten von Iftar (Fastenabschluss) und Imsak (Fastenbeginn).

Genaue Uhrzeiten nach Längen- und Breitengradbemessungen

Emirates erklärt, dass man dafür durch Längen- und Breitengradbemessungen den genau richtigen Zeitpunkt für den Beginn und das Ende des Fastentages berechne. Ausserdem gibt es für gläubige Muslime jedes Jahr eine Broschüre mit den entsprechenden Zeiten für jeden Flug. Zusätzlich bietet die Airline ein Iftar-Paket an, in dem Passagieren nach dem Fastentag eine nahrhafte Mahlzeit serviert wird. Sollte ein Abflug kurz vor dem Imsak beginnen, können Passagiere sich ausserdem am Gate mit einem Paket noch schnell stärken. Bei Etihad und Qatar Airways sind ebenfalls spezielle Pakete vorgesehen, die auch am Gate verfügbar sein werden. So könne ein Passagier etwa noch im Terminal das Fasten brechen, sollte die Landung um die Iftar-Zeit herum erfolgen, schreibt ein Sprecher von Etihad.

Ramadan im Sortiment: Iftar-Box von Emirates. (PD)
Ramadan im Sortiment: Iftar-Box von Emirates. (PD)

Für nichtgläubige Passagiere hat die Fastenzeit kaum Auswirkungen – zumindest nicht während des Fluges. Die Regel, dass man keinen Alkohol trinken darf, trifft zwar für gläubige Muslime zu. Andere Reisende erhalten an Bord der grossen Golfairlines Alkohol – ausser auf einigen Flügen aus und in sehr religiöse Länder wie etwa Saudiarabien oder den Irak. Ausserdem verzichtet man darauf, Alkohol in den Barbereichen der Flieger zu zeigen. Anders sieht es allerdings in den Lounges aus.

Kein Champagner in den Lounges

Bei Emirates in Dubai können Passagiere weiterhin auch während des Ramadan Champagner schlürfen. Bei Etihad in Abu Dhabi ist das eingeschränkt möglich. Während des Tages ist dort der Alkoholkonsum aus Rücksicht auf die Gläubigen verboten. Zwischen 19.30 Uhr abends und dem Fastenbeginn Imsak allerdings wird wieder ausgeschenkt. Qatar Airways ist da noch strenger: Während der Fastenzeit gibt es in der Lounge in Doha keinen Alkohol.

Aerotelegraph.com/lf

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