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Dank Spa ein Ganzjahresbetrieb

Das Waldhotel Doldenhorn in Kandersteg ist von A bis Z ein Familienprojekt. Stammgäste spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wellness-Erlebnisse: Eisgrotte im Spa des Waldhotel Doldenhorn. Foto: PD
Wellness-Erlebnisse: Eisgrotte im Spa des Waldhotel Doldenhorn. Foto: PD

René F. Maeder weilte kürzlich mit anderen Hoteliers in Hamburg. Man sah sich das Westin in der Elbphilharmonie an und das 25 Hours Altes Hafenamt und staunte über die innovative Gastronomie der norddeutschen Metropole. Doch im heimischen Kandersteg braucht Maeder sein Licht keineswegs unter den Scheffel zu stellen: Dort wo es den Gästen dient, ist der Vollblut-Hotelier sehr innovativ. Ein Detail: «Frühstück gibt es bei uns, bis sich der letzte Langschläfer gestärkt hat», sagt Maeder. Das Waldhotel Doldenhorn, das er mit seiner Frau Anne und Sohn Patric führt, sprengt auch die gängigen Profile. Es ist ein Hort für Faulenzer und Aktive, Wellness- und Seminarhotel, klassisch, aber trotzdem durchaus chic. Und so spricht das Doldenhorn fast jedes Gästesegment an – ausser den Luxuskunden, der es darauf anlegt, in den Klatschspalten zu erscheinen. Wobei: In einem Hotelflur hängen Bilder von Promis der ersten Liga: Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan, Prinz Charles, DJ Bobo –alle waren sie Gäste im besten Hotel Kanderstegs.

René und Patric Maeder gelingt es auch, am letzten Tag des Jahres alle Gäste glücklich zu machen. «Galadinners sind nicht mehr jedermanns Sache», meint der 63-jährige Senior-Chef. «Patric schlug eine Pool-Party mit DJ und Buffet für Familien vor– sie wurde ein Erfolg und störte das Traditionsdinner überhaupt nicht.»

Das Doldenhorn ist von A bis Z ein Familienprojekt. «Wir haben jeden Franken, den wir verdienten, wieder investiert», sagt René Maeder. 1976 kauften er und ­seine Frau es einer christlichen Gewerkschaft ab. Es glich einem Ferienheim mit Etagen-WC und Waschbecken in den Zimmern. Doch ursprünglich hatte das Doldenhorn als Unterkunft für Mineure gedient, die den Lötschbergtunnel bauten. Später gehörte es kirchennahen Besitzern. Heute arbeiten 55 Leute für das Waldhotel. Daneben führen die Maeders noch das historische Ruedihus, das sie als urchige Beiz mit zwölf Hotelzimmern und viel Swissness positionierten.

Stammgäste gaben Darlehen

Prunkstück des Doldenhorns (20 Zimmer und 30 Juniorsuiten) ist neben der mit 15 «Gault Millau»-Punkten dekorierten Küche der Spa. Er hilft, das Hotel als Ganzjahresbetrieb zu vermarkten. Innovativ war Maeder auch bei der Mittelbeschaffung: Er sammelte für den Bau des Spa 2008 bei Stammgästen Darlehen, die mit fünf Prozent verzinst werden – wobei der Betrag in Hotelleistungen wie Essen oder Wellness-Behandlungen bezogen wird. 2,1 Millionen Franken kamen zusammen.

Obwohl die Mehrheit der Doldenhorn-Klientel Schweizer sind, fördert René Maeder auch den internationalen Markt. 2016 wurde das Vierstern-Superior-Hotel Mitglied bei Relais & Château. Das Doldenhorn passe zur renommierten Vereinigung und profitiere von deren Prestige, sagt Maeder. «Dank dem Netzwerk kommen vermehrt Buchungen aus Übersee.»

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