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Aschenputtel am goldenen Fluss

Portos Altstadt ist eine Schönheit aus einer anderen Zeit. Doch jetzt wandelt sich die Bröckelnde so deutlich, dass man zuschauen kann.

Postkarten-Schönheit: Blick auf die Altstadt von Porto. Foto: Leonardo Patrizi (iStock)
Postkarten-Schönheit: Blick auf die Altstadt von Porto. Foto: Leonardo Patrizi (iStock)

Die junge Frau mit dem langen Haar muss in die Knie gehen, das Ritual verlangt es. Die Sonne scheint an diesem Morgen auf die Häuser am Douro in Portos Altstadtviertel Ribeira, sie sind gelb, rot oder violett angemalt.

Vor ihr warten vielleicht fünfzig Leute, sie tragen Schwarz. Zwei Bottiche stehen auf dem Steinboden. Da hinein soll sie den Kopf tunken, erst in den mit Wasser, dann in jenen mit weissen Blüten. Als sie sich wieder aufrichtet, das Gesicht schneeweiss, grölt die Menge voller Schadenfreude. Ein Student mit Bart springt herbei, er hat etwas Rabenhaftes, wie er sie mit seinem schwarzen Umhang umkreist. Mal flüstert er ihr zu, mal brüllt er sie an. Die junge Studentin senkt den Kopf.

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