Vom Flughafen direkt auf den Mond

Die Airports in der Schweiz und im übrigen Europa werden immer attraktiver.

Paris Charles de Gaulle: Die Lounge soll einem
französischen Appartement nachempfunden sein. Bild: Gwen Le Bras

Paris Charles de Gaulle: Die Lounge soll einem französischen Appartement nachempfunden sein. Bild: Gwen Le Bras

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Das Warten auf den Abflug oder den Anschlussflieger kann mühsam sein. Doch Flughäfen und Fluggesellschaften lenken Passagiere mit immer neuen Attraktionen ab: Sie richten neue Lounges ein, bauen Einkaufsgelegenheiten aus oder sorgen für neue Serviceerlebnisse. Hier die Neuheiten der wichtigsten Flughäfen Europas.

Amsterdam-Schiphol

Seit kurzem können Reisende ihre Euros an drei Automaten im Ankunftsbereich und zwischen den beiden Abflughallen in Bitcoins tauschen. Das dürfte vor allem für Reisende interessant sein, die nicht aus dem EU-Raum stammen und ihr übrig gebliebenes Euro-Feriengeld loswerden wollen. Die Gebühren sind mit rund 15 Prozent in etwa gleich hoch wie beim Devisentausch am Flughafen. KLM baut in Schiphol zudem für seine Interkontinentalgäste an der Lounge der Zukunft. Das Platzangebot der Crown Lounge soll sich auf 6300 Quadratmeter mit 1400 Sitzplätzen nahezu verdoppeln. Die Lounge erhält eine Aussenterrasse, ein drittes Stockwerk und ein neues Innendesign. Ein Teil des Umbaus ist bereits abgeschlossen, im Frühjahr 2019 soll alles fertig sein. www.schiphol.nl

München

München: Gott sei Dank keine Notrutsche, sondern der neue Spielbereich für Kinder. Bild: Michael Berninger

Im Satelliten von Terminal 2 wartet eine neue Lounge auf die Passagiere, in der sie sogar eine Mondmission starten können. Das Deutsche Museum hat einen Ableger am Münchner Flughafen eingerichtet, der einen virtuellen Rundgang durch die 15 Abteilungen und per Videospiel eine Fahrt mit dem Lunar Rover über die Mondoberfläche ermöglicht. Zudem ist im Non-Schengen-Abschnitt von Terminal 2 ein Spielbereich für Kinder entstanden. Auf mehr als 100 Quadratmetern können sich die Kleinen zwischen zwei und zwölf Jahren an Kletterseilen und Rutschstangen austoben, bevor sie mit ihren Eltern abheben.

Frankfurt

Der grösste deutsche Flughafen hat eine neue Wohlfühl-Lounge für jedermann mit 70 Sitzplätzen eingerichtet. Drei Stunden in der Prime­class kosten 30 Euro, Kinder dürfen gratis rein. Speisen und Getränke, aber auch Duschmöglichkeiten sind im Preis inbegriffen. Beim Terminal 1 können Fluggäste nach der Sicherheitskontrolle im Non-Schengen-Bereich auf der neuen Dachterrasse an die frische Luft gehen. Zwar misst das Open-Air-Deck nur 138 Quadratmeter, dafür ist es frei zugänglich und bietet obendrein einen Blick auf Flugbetrieb, Abfertigung, Starts und Landungen.

Paris Charles de Gaulle

Air France hat seine Businesslounge im Terminal 2E (Halle L) aufpoliert. Dort warten Kosmetikerinnen in einem Wellnesscenter darauf, gestresste Fluggäste zu behandeln. Wer noch mehr Entspannung benötigt, der bucht eine Privatsauna. Neu im 3200 Quadratmeter grossen Areal mit 540 Sitzplätzen ist eine offene Showküche im Brasseriestil, und die französische Post bietet im Security-Bereich einen Versand von verbotenen Gegenständen – beispielsweise einem Schweizer Militärmesser – an die Heimadresse an.

London-Heathrow

London-Heathrow: Harry Potter nimmt nicht mehr den Hogwarts-Express, sondern den Flieger. Foto: Alamy

Der grösste europäische Flughafen nimmt beim Service keinen Spitzenplatz ein. Passagiere klagen über lange Wartezeiten bei Einreise und Securitychecks. Zumindest bei der Sicherheitskontrolle könnte es fortan schneller gehen, denn Heathrow hat ein 3-D-System eingeführt, um das Handgepäck zu scannen. Passagiere müssen Laptops und Flüssigkeiten nicht mehr aus der Tasche nehmen. Zunächst handelt es sich um einen Test bis Herbst 2019. Darüber hinaus will Heathrow mit neuen Shoppingerlebnissen punkten: So gibt es einen neuen Harry-Potter-Shop (Terminal 5) oder einen Louis-­Vuitton-Pop-up-Store (Terminal 4).

www.heathrow.com

Zürich

Zum 70. Geburtstag erhielt der grösste Schweizer Flughafen erneut den World Travel Award. Es ist die 15. Auszeichnung in Folge, die vor allem auf Kundenzufriedenheit und gehobenen Qualitätsstandard beruht. Davon angespornt, verpasste Swiss seinem Check-in-Bereich in Terminal 1 eine persönliche Note. Hinter den Schaltern prangen seit Sommer Logos im Eichenlook, wie Fluggäste sie bereits aus den umgebauten Langstreckenflugzeugen kennen. Swiss hat zudem ein neues Schalterkonzept für Gruppen, Familien und Premiumgäste eingeführt. Neu ist auch das Lounge Center A (Business und Senator) mit Platz für Raucher im Aussenbereich, Duschen, Relaxzone und Bar.

Basel

Der Euro-Airport Basel, der auf französischem Boden liegt, baut kräftig an seiner Zukunft. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen rund 30 Millionen Euro in die Infrastruktur fliessen. Geplant sind neue Bodenbeläge und Gepäckausgabebänder, zusätzliche Securitychecks und eine neue Beschilderung. Die Vision 2030: bis zu 13 Millionen Fluggäste pro Jahr (derzeit 8,5 Millionen). Bis dahin könnte der Euro-Airport auch an das französisch-schweizerische Zugnetz angebunden sein und von einem eigenen Halt profitieren.

Genf

Das Essen im Flugzeug war noch nie etwas für Geniesser. Heute muss man bei vielen Airlines ohnehin extra zahlen. Da lohnt sich die Variante, die die Swiss ihren Gästen seit August am Genfer Flughafen anbietet: Ein Kurier bringt die warmen und kalten Snacks und Getränke, die man online ausgesucht hat, direkt ans Abfluggate. Kooperationspartner sind die Flughafenrestaurants. Die Preise entsprechen jenen auf den Speisekarten, die Lieferkosten betragen 2.50 Franken. Bestellungen sind bis 60 Minuten vor Abflug möglich. Über eine andere Neuheit dürfen sich Kinder freuen: Zwischen den Gates A5 und A8 gibt es seit Sommer einen Spielbereich, wo nicht nur Holzspielzeug wartet, sondern es gibt auch interaktive Tablets. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 13.10.2018, 17:22 Uhr

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