Verzauberte Winterwelt

Die Südtiroler Stadt Meran verströmt in den kalten Monaten einen ganz besonderen Charme.

In Meran kann man entspannt flanieren und kleine Geschäfte entdecken – und die Umgebung bietet sich für jede Art von Wintersport an. Foto: Gianni Zovzi

In Meran kann man entspannt flanieren und kleine Geschäfte entdecken – und die Umgebung bietet sich für jede Art von Wintersport an. Foto: Gianni Zovzi

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Es ist ruhig geworden im winterlichen Meran. Vom vorweihnachtlichen Trubel ist nicht mehr viel zu spüren, manch ein Hotel hat geschlossen, die Stadt gehört nun den Einwohnern. Eine schöne Zeit für eine Reise nach Südtirol: am besten per Postauto und Vinschgerbahn direkt nach Meran. Wer jetzt die Koffer packt, kann jenseits der Alpen beides haben – die Städtereise, flanieren zwischen den alten Mauern Merans, aber auch Wintersport aller Art. Knödel und Apfelstrudel, dazu Norditaliens Küche. Und überhaupt viel italienisches Lebensgefühl, nicht nur auf der Speisekarte, auch im Ohr. Etwa die Hälfte der 40'000 Einwohner von Meran ist italienischsprachig.

Viele Spazier- und Wanderwege schlängeln sich durch Meran hindurch und drum herum in die Täler. Berge, einige davon sind über dreitausend Meter hoch, umringen Meran. Die Stadt selbst duckt sich in einen Talkessel, der kalte Winde abschirmt. Es liegt auf der Hand, dass Skisportler die Pisten der Umgebung testen wollen.

Zum Beispiel im nahen Schnals­tal, in Ötzis Heimat. Der Mann aus dem Eis wird hier gefeiert wie ein Rockstar. Im charmanten Hotel Tonzhaus wird ihm etwa ein besonderes Menü gewidmet, traditionelle Gerichte auf hohem Niveau. Hier oben lässt es sich auch gut entspannen, im Spa oder draussen auf den bestens präparierten Pisten, auf Schneeschuhwanderungen und bei einem Essen auf der Schutzhütte Schöne Aussicht, deren Name Programm bleibt. Hier ist ein Knödeldegustationsmenü zu empfehlen, das bringt über den Genuss hinaus Gewicht auf die Ski und Schwung für die Talfahrt.

Weg mit Aussicht auf die Stadt

Wer die Expeditionen lieber von Meran aus plant, dem wäre wärmstens das kleine Stadthotel Ottmanngut zu empfehlen, das es dringend zu besuchen lohnte – nicht nur wegen des servierten Slow-Food-Frühstücks in drei Gängen: Eine alte Stadtvilla, liebevoll restauriert und geführt, leider bis Mitte März geschlossen. Glücklicherweise bleibt das ebenfalls sehr schöne Partnerhotel Miramonti oberhalb der Stadt geöffnet. Wer dort absteigt, will vielleicht gar nicht mehr raus aus dem Infinity-Solebad mit Blick auf die Winterwelt.

Eine leichte Wanderung, ein ausgedehnter Spaziergang seien dennoch empfohlen: aufs Vigiljoch oberhalb von Lana beispielsweise. Oder auf dem Tappeinerweg mit spektakulären Aussichten auf Meran und auf das Etschtal. Oder ins nahe Schenna. Auch von hier aus blickt man in die Stadt und weit in die Täler ­hinein. Mitten in Schenna thornt ein gleichnamiges Schloss aus dem 14. Jahrhundert. Wer davorsteht und beim Betrachten kalte Hände oder Ohren bekommt, muss auf schnellstem Weg hinein: Hier strickt Bewohnerin Gräfin Johanna liebevoll Handschuhe, Mützen und andere Wollsachen. Sie bewohnt das original möblierte Schloss mit ihrem Mann Franz Graf von Spiegelfeld, der gerne einen Rundgang mit seinen Gästen macht: Zu sehen gibt es die reiche Schlosssammlung, bestehend aus Gemälden, Tafelservice, Hauswäsche oder Waffen aus acht Jahrhunderten, zu hören Anekdoten aus der Adelsgeschichte vieler Generationen.

Zurück in Meran, sollte man einen ausgedehnten Bummel durch die Stadt machen, um Cafés und hübsche Geschäfte zu entdecken. Da gibt es zum Beispiel eine Boutique des englischsprachigen Lifestyle-Magazins «Monocle», die man sonst nur in wenigen Metropolen der Welt findet. Grund: Chefredaktor Tyler Brûlé hat sich in Meran ein Haus gekauft. Oder das Pur Südtirol, ein Geschäft mit lokalen Produkten, vor allem Delikatessen und Weinen, das inzwischen auch in St. Moritz einen Ableger eröffnet hat. Der Besucher sehnt sich jetzt vielleicht nach einem Stück Kuchen, zum Beispiel im atmosphärischen Café Darling direkt an Merans Fluss, der Passer. Aber eine halbe Stunde Spaziergang muss noch sein – den Charme des Winters in Meran macht eben doch vor allem die Ruhe an der klaren Luft aus.


Die Reise wurde unterstützt von der Marketinggesellschaft Meran. www.hotel-miramonti.com www.ottmanngut.it www.schloss-schenna.com www.pursuedtirol.com www.merano-suedtirol.it (SonntagsZeitung)

Erstellt: 19.01.2018, 17:07 Uhr

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