Eine unglaubliche Erscheinung

In der nostalgischen Zahnradbahn zur Schynige Platte: Oben warten ein fantastisches Panorama und Alphornbläser.

Ein Bild wie aus der Belle Epoque: Der Zug hinauf zur Schynige Platte. Bild: PD

Ein Bild wie aus der Belle Epoque: Der Zug hinauf zur Schynige Platte. Bild: PD

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Die Schweiz ist das Land der unzähligen Gipfel. Allein 48 Viertausender gibt es, einer schöner als der andere. Und die Aussichten sind spektakulär. Gipfelträume eben.

Nehmen wir zum Beispiel die Schynige Platte, die scheinende Platte, eine Felswand aus Schiefer nahe Interlaken. Sie glänzt in nassem Zustand wie eine leuchtende, scheinende Platte. Schon die knapp einstündige Fahrt dorthin in der nostalgischen Zahnradbahn ist ein Erlebnis. Die Lokomotiven stammen aus der Belle-Epoque-Zeit. Das ist echte Bahnromantik. Eine holländische Gruppe kann es kaum erwarten, die hölzernen Bänke in den offenen Wagen zu besetzen. «Auf welcher Seite soll man sitzen, von wo hat man die beste Aussicht?», fragen sie. «Von überall», lachen die paar Einheimischen, die ebenfalls in die Höhe wollen. Denn es gebe so viele Kurven, dass man kaum wisse, wohin man zuerst blicken soll.

Zwischen den umliegenden Alpweiden überraschen spektakuläre Tiefblicke hinunter zum blauen Wasser des Thuner- und Brienzersees. Die ersten Gäste steigen bereits auf halbem Weg in Breitlauenen auf 1542 Meter über Meer aus. Hier kreuzen sich die bergwärts und talwärts fahrenden Züge. Im gemütlichen Bahnhofbuffet gibts frische Milch und würzigen Alpkäse von den umliegenden Hütten. Und unweit der Bahnstation liegt ein schöner Aussichtspunkt, der dem Maler Ferdinand Hodler gewidmet ist. Ihn faszinierte das grandiose Gebirgspanorama im Berner Oberland sein ganzes schöpferisches Leben lang, sodass viele Landschaftsgemälde rund um die Schynige Platte entstanden.

Eiger, Mönch und Jungfrau bilden eine grandiose Kulisse

Mit zunehmender Höhe öffnet sich die Szenerie. Eiger, Mönch und Jungfrau, die markante Dreiergruppe, bilden eine grandiose Kulisse. Die Viertausender sind schnee- und eisbedeckt. Wir treffen nach knapp einer Stunde gemütlicher Bahnfahrt auf der Bergstation Schynige Platte ein, 1967 Meter hoch. Man kann sich kaum sattsehen an dem grossartigen Panorama der Berge. «Das ist unser Naturkino», erklärt später die Reiseleiterin ihrer holländischen Gruppe auf einem leichten Rundweg, den alle meistern können. Die einen zieht es indes zum botanischen Alpengarten, wo mehr als 650 Alpenpflanzen, je nach Jahreszeit, zu bewundern sind. Andere lauschen den Alphornbläsern bei einer Rösti im Panoramarestaurant, während die ganz Fitten ihre Wanderschuhe schnüren, um den Klassiker Schynige Platte–Faulhorn–First unter die Füsse zu nehmen. Eine der schönsten, aussichtsreichen Höhenwanderungen der Schweiz, 16 Kilometer lang, für die man gut sechs Stunden einplanen muss.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 08.10.2018, 00:31 Uhr

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